Konflikt um Gazastreifen eskaliert abermals

10. März 2012, 20:03 Uhr

Der Konflikt zwischen Israel und den radikalen Palästinensern im Gazastreifen ist erneut eskaliert.

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Der Konflikt zwischen Israel und den radikalen Palästinensern im Gazastreifen ist erneut eskaliert. Nach jüngsten Informationen beider Seiten wurden innerhalb von 24 Stunden 15 Palästinenser bei israelischen Luftangriffen getötet und fast 100 Raketen und andere Geschosse vom Gazastreifen Richtung Israel abgefeuert. Damit war es der blutigste Tag seit der israelischen Großoffensive vom Winter 2008/2009.

Die israelische Luftwaffe setzte ihre Angriffe fort. Nach Angaben von palästinensischen Gesundheitsdiensten wurden in Chan Junis zwei Männer tödlich getroffen, die mit einem Motorrad unterwegs waren. Seit Freitag flog die israelische Luftwaffe mehr als 15 Angriffe. Getötet wurde auch der Chef der palästinensischen Komitees des Volkswiderstands (PRC), Suheir al-Kaissi. Sein Vorgänger an der Spitze des Komitees, Kamal al-Nairab, war bei einem israelischen Angriff auf Rafah am 19. August getötet worden.

Verschiedene Palästinensergruppen beteiligten sich an den Angriffen auf Israel mit Raketen und anderen Geschossen. Nach Angaben israelischer Rettungsdienste wurden dadurch vier Menschen verletzt, darunter drei thailändische Arbeiter in einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zeigte sich über die "jüngste Eskalation der Gewalt" beunruhigt. Sie rief "alle Seiten" auf, wieder für Ruhe zu sorgen. Das israelische Militärradio berichtete unter Berufung auf "ranghohe Militärvertreter", die Armee wolle die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen ein für alle Mal beenden.

Die israelische Armee bezeichnete den tödlichen Angriff auf al-Kaissi als "gezielte Eliminierung". Sie warf den Komitees des Volkswiderstandes vor, sie hätten für die kommenden Tage einen Terroranschlag vorbereitet.

Die radikalislamische Hamas, die im Gazastreifen seit 2007 regiert, befindet sich mit Israel praktisch in einer Waffenruhe, doch andere militante Gruppen feuern regelmäßig Raketen oder Granaten ab.

Das Nahost-Quartett kommt am Montag in New York zu Beratungen über den festgefahrenen Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern zusammen. Wie die UNO mitteilte, nehmen am ersten Treffen seit sechs Monaten in New York US-Außenministerin Hillary Clinton, ihr russischer Kollege Sergej Lawrow und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon teil.

Der Nahost-Friedensprozess liegt seit dem Abbruch der Gespräche im September 2010 auf Eis. Die Palästinenser hatten sich damals aus den Verhandlungen zurückgezogen, weil Israel sich weigerte, einen Baustopp für seine Siedlungsaktivitäten in Ostjerusalem und im Westjordanland zu verlängern.

AFP