China stellt dem Nobelpreis eine eigene Auszeichnungen für den Frieden entgegen. Mit dem Konfuzius-Preis sollte am (heutigen) Donnerstag der frühere taiwanische Vizepräsident Lien Chan für seine Bemühungen geehrt werden, Frieden zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland zu schaffen.
Nur einen Tag vor der von China scharf kritisierten Verleihung des Friedensnobelpreises an den Dissidenten Liu Xiaobo ist in Peking der "Konfuzius-Friedenspreis" verliehen worden. Der von einer Gruppe von Universitätsprofessoren ins Leben gerufene Preis sollte am Donnerstag in Peking an den früheren taiwanischen Vize-Präsidenten Lien Chan ausgehändigt werden. Liens Büro gab jedoch an, nichts von der erstmals verliehenen Auszeichnung zu wissen. In seiner Abwesenheit wurde die gläserne Trophäe stattdessen einem kleinen Mädchen mit Pferdeschwanz-Frisur übergeben.
Lien Chan hatte sich in der Vergangenheit wiederholt für eine Annäherung zwischen China und Taiwan eingesetzt. Peking betrachtet die dem Festland vorgelagerte Insel als abtrünnige Provinz. Der "Konfuzius-Friedenspreises" ist mit rund 11.400 Euro dotiert. Jury-Präsident Tan Changliu wollte auf Anfrage nicht mitteilen, woher das Geld für die Auszeichnung kommt. Seine Organisation habe aber keine Verbindungen zur chinesischen Regierung, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.
Die Verleihung des diesjährigen Friedensnoblepreises an den chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo in Oslo hatte die Regierung in Peking wiederholt scharf verurteilt. In der norwegischen Hauptstadt soll am Freitag in Abwesenheit Lius die Zeremonie zur Verleihung des Friedensnobelpreises stattfinden. Liu war im Dezember 2009 wegen Untergrabung der Staatsgewalt in China zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die chinesischen Behörden wollen auch seine Frau nicht zu der Zeremonie nach Norwegen reisen lassen.