Kongos Präsident schenkt spanischem Dorf 10.000 Euro

6. September 2013, 22:33 Uhr

Der Präsident der Republik Kongo hat sich nach einem Urlaub in dem unter einer Wirtschaftskrise leidenden Spanien mit einer Geldspende bei den Bewohnern des Ferienortes bedankt.

Der Präsident der Republik Kongo hat sich nach einem Urlaub in dem unter einer Wirtschaftskrise leidenden Spanien mit einer Geldspende bei den Bewohnern des Ferienortes bedankt. Denis Sassou Nguesso erholte sich mit seiner Familie vier Tage lang in einem Fünf-Sterne-Hotel in Carratraca, einem für seine Thermalbäder bekannten Dorf in Andalusien, wie die Anwohnerin Cristina Florido der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Kurz vor der Abreise der Präsidentenfamilie versammelten sich laut Florido am vergangenen Sonntag einige der Dorfbewohner um die Besucher aus Afrika. Dabei drückte die Frau des Präsidenten Floridos Vater, dem 84-jährigen Francisco, einen Umschlag mit 10.000 Euro Bargeld in die Hand. "Mein Vater sagte, die Frau des Präsidenten habe ihm den Umschlag gegeben und gesagt, das Geld sei für die Leute im Ort", sagte sie.

Zunächst habe ihr Vater das Geld dem Bürgermeister bringen wollen. "Aber die Leute waren dagegen, sie wollten es aufteilen." Cristina Florido und ihr Mann teilten die Summe auf - zwölf Euro pro Einwohner - und stellten in den vergangenen Tagen einen Tisch vor ihrem Haus auf, um das Geld zu verteilen. Bis Freitag hatten nach ihrer Schätzung 70 Prozent der etwas mehr als achthundert Dorfbewohner ihren Anteil abgeholt.

Warum die Kongolesin ausgerechnet ihrem Vater die Spende überreichte, konnte sie nicht sagen. "Vielleicht, weil er ein älterer Mann ist oder weil sie sein Gesicht wiedererkannte. Die Frau des Präsidenten war am Vortag im Gottesdienst, und meine Eltern waren auch da, und sie haben einander gegrüßt." Ihr Vater sei "überwältigt" gewesen.

Die Republik Kongo zählt zu den größten Ölproduzenten in Afrika südlich der Sahara. Der Großteil der Bevölkerung lebt jedoch in Armut.

 
 
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stern (31/2014)
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