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News am 30.05.2012
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21. Februar 2012, 15:48 Uhr

Krise in Syrien entwickelt sich zu humanitärer Notlage

Die Krise in Syrien entwickelt sich nach Einschätzung der Vereinten Nationen und der Europäischen Union zu einer humanitären Notlage.

Die Krise in Syrien entwickelt sich nach Einschätzung der Vereinten Nationen und der Europäischen Union zu einer humanitären Notlage. Die "große Menschenrechtskrise" in Syrien habe zunehmend schwere humanitäre Auswirkungen, sagte die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos in Brüssel. In der unter Dauerbeschuss liegenden syrischen Stadt Homs wurden laut Aktivisten mindestens 16 Menschen getötet.

Neben Medizin würden inzwischen auch Nahrungsmittel "stark benötigt", betonte Amos nach einem Gespräch mit der EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe, Kristalina Georgieva. Die EU habe drei Millionen Euro vor allem für Medikamente und die Unterbringung von Flüchtlingen in Nachbarländern bereitgestellt.

Der Beschuss von Homs dauerte ungeachtet von Verhandlungen mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) über eine Kampfpause an. Wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, waren unter den 16 Toten auch drei Kinder und eine Frau. Das IKRK hatte am Montag in Genf mitgeteilt, dass es mit der Regierung und der bewaffneten Opposition über eine Kampfpause zur Versorgung der Bevölkerung verhandle. Zu den Einzelheiten wollte sich die Organisation nicht äußern.

Die Stadt Homs, die teilweise von bewaffneten Aufständischen kontrolliert wird, steht seit dem 4. Februar unter Beschuss. Seit einer Truppenverstärkung am Sonntag wächst die Furcht vor einer Erstürmung der aufständischen Viertel durch das Militär. Aktivisten beobachteten am Dienstag einen Konvoi mit Dutzenden Militärfahrzeugen, darunter Panzer und Truppentransporter, auf dem Weg nach Homs. Aus der Hauptstadt Damaskus meldeten Menschenrechtsaktivisten neuerliche Proteste gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad.

Russland lehnte derweil eine Teilnahme an der internationalen Syrien-Konferenz am kommenden Freitag in Tunis ab. Das russische Außenministerium erklärte, mit der Konferenz solle in einem internen Konflikt "eine Seite gegen eine andere unterstützt" werden. So seien Vertreter der syrischen Opposition eingeladen worden, nicht aber Vertreter der Regierung von Staatschef Assad. Daher könne Russland an dem Treffen nicht teilnehmen.

Zu der "Konferenz der Freunde des syrischen Volks" sind unter anderem Vertreter der Arabischen Liga, der EU, der USA, Russlands und Chinas geladen. Gesucht werden soll nach einer politischen Lösung des blutigen Konflikts in Syrien mit laut Aktivisten bislang mehr als 6000 Toten.

Die Gruppe "Freunde des syrischen Volks" war gegründet worden, nachdem Russland und China im UN-Sicherheitsrat Anfang Februar zum zweiten Mal eine Resolution zur Verurteilung der Gewalt in Syrien blockiert hatten. Die Gruppe trifft sich am Freitag zum ersten Mal. Russland gilt als Verbündeter Syriens.

Die syrisch-russischen Handelsbeziehungen erleben derweil einen Höhenflug: um 58 Prozent auf knapp zwei Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) wuchs das bilaterale Handelsvolumen im vergangenen Jahr, wie der zuständige russische Botschaftsvertreter in Damaskus, Roman Groschkow, sagte. Demnach führte Syrien im vergangenen Jahr russische Güter im Gesamtwert von 1,9 Milliarden Dollar ein (2010: 1,1 Milliarden Dollar), Syrien exportierte für 48,9 Millionen Dollar.

AFP