Die massive Kritik am Verhalten der FDP in den Schlecker-Verhandlungen hält an.
Die massive Kritik am Verhalten der FDP in den Schlecker-Verhandlungen hält an. Die FDP habe durch die Ablehnung einer Transfergesellschaft 11.000 Schlecker-Mitarbeiterinnen "die kalte Schulter" gezeigt, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) im ARD-"Morgenmagazin". Die "ordnungspolitischen Dogmatiker" der FDP seien Schuld daran, dass den Frauen nun die Arbeitslosigkeit drohe. "Es liegt jetzt bei der Wählerschaft, darüber zu entscheiden, was sie von solch einer Partei hält", sagte Kretschmann.
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles warf der FDP Profilierungssucht auf Kosten der Schlecker-Mitarbeiterinnen vor. "Ich bin stinksauer auf die FDP", sagte Nahles in der ARD-Sendung "Beckmann". "Sie will unbedingt Profil schinden auf dem Rücken von 11.000 Frauen, die sich abgerackert haben." Die Begründung der FDP gegen eine Auffanggesellschaft sei "mau und der Sache nicht angemessen".
Die Schlecker-Transfergesellschaft war am Donnerstag gescheitert, weil drei Länder mit FDP-Wirtschaftsministerium - Sachsen, Niedersachsen und Bayern - nicht bereit waren, sich an einer Kreditbürgschaft zu beteiligen.
FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle wies die Kritik zurück. "Der Staat darf in einer Sozialen Marktwirtschaft den Wettbewerb nicht aushebeln", sagte er der "Leipziger Volkszeitung". Jetzt sollten die Jobcenter sich verstärkt um die Vermittlung der Schlecker-Mitarbeiter bemühen. Der Schlecker-Unternehmensführung warf Brüderle schweres Missmanagement vor.