Picassos junge Geliebte Marie Thérèse Walter scheint bis heute zu faszinieren: Erneut hat ein Porträt von ihr in London alle Erwartungen übertroffen und bei einer Auktion fast 30 Millionen Euro eingebracht.
Das Gemälde "La Lecture" von Pablo Picasso ist in London für 25,23 Millionen Pfund (fast 30 Millionen Euro) versteigert worden. Damit brachte das Werk, das Picassos junge Muse Marie-Thérèse Walter mit einem Buch auf dem Schoß verträumt in einem Sessel sitzend zeigt, am Dienstagabend mehr als doppelt so viel wie vorher geschätzt, wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte. Das Bild aus dem Jahre 1932 war auf zwölf Millionen Pfund veranschlagt worden.
Die damals 17-Jährige hatte auch für das Ölbild "Nackte, Grüne Blätter und Büste" Model gestanden, das im vergangenen Jahr bei Christie's in New York mit rund 80 Millionen Euro den höchsten jemals für ein Kunstwerk gebotenen Auktionspreis erzielt hatte. Picasso lernte seine jugendliche Muse im Alter von 45 Jahren kennen. Wegen des jungen Alters und weil der Künstler verheiratet war, hielt er die Beziehung lange geheim.
Bei der Auktion von Impressionismus und Moderner Kunst gab es eine weitere Überraschung. Das geheimnisvolle "Le Maitre D'Ecole" von René Magritte kam für 2,2 Millionen Pfund unter den Hammer und verdoppelte damit nahezu den bisherigen Rekord für Papierarbeiten des Künstlers von 1,2 Millionen Pfund. Insgesamt brachte die Auktion, bei der auch Werke von Claude Monet und Alberto Giacometti angeboten wurden, rund 69 Millionen Pfund ein - erwartet worden waren bis zu 79 Millionen Pfund.
Am Mittwoch werden beim Auktionshaus Christie's große Werke des Impressionismus und der Moderne versteigert. Der Februar ist traditionell ein wichtiger Monat für den Londoner Kunstmarkt.