29. März 2012, 16:23 Uhr

Leck an Gasplattform in der Nordsee geortet

Nach Tagen ist es gelungen, das Leck an einer Gasplattform in der Nordsee zu orten: Das Gas steige aus einer Quelle in 4000 Metern Tiefe unter dem Meer auf und ströme durch ein Bohrloch auf der Plattform, sagte ein Sprecher des Energiekonzerns Total.

Nach Tagen ist es gelungen, das Leck an einer Gasplattform in der Nordsee zu orten: Das Gas steige aus einer Quelle in 4000 Metern Tiefe unter dem Meer auf und ströme durch ein Bohrloch auf der Plattform, sagte ein Sprecher des Energiekonzerns Total. Experten prüfen die Möglichkeiten, das Leck zu verschließen. Dazu müsste jedoch ein Technikerteam auf die evakuierte Plattform fliegen, die derzeit von einer tief liegenden Gaswolke umgeben ist.

Das Leck liege in 4000 Metern Tiefe unter dem Meer in einer vor einem Jahr verschlossenen Quelle, sagte der Total-Sprecher. Es steige durch das Bohrloch auf und trete an der Bohrlochmündung an der Plattform aus. Total erwäge nun, die Quelle von oben mit Schlamm zu verschließen.

Oberhalb der Plattform brennt weiterhin eine Gasfackel. Experten warnen vor einer drohenden Explosion, wenn das durch das Leck austretende Gas mit der Flamme in Kontakt kommt. Total betonte, die Explosionsgefahr sei gering, da der Wind das Gas von der Fackel fortwehe. Die Gasfackel werde vermutlich noch einige Tage brennen, bis "alles Gas aus dem System" verbrannt sei. Die Lage sei "stabil", sagte der Sprecher.

Außerhalb des Sperrgebiets um die Gasplattform stehen für den Notfall zwei Löschschiffe bereit. Ein weiteres Schiff ist mit einem Unterwasser-Roboter ausgestattet, der mit einer Kamera das Leck an der Plattform untersuchen soll. Noch steht aber nicht fest, wann er zum Einsatz kommen soll.

Neben dem Verschließen der Gasquelle durch Schlamm - dem sogenannten Kill - prüft Total zwei weitere Optionen. Möglich sei, dass der Gasaustritt von selbst versiege, sagte ein Sprecher. Alternativ könne ein Entlastungsloch gebohrt werden. Dies könnte jedoch bist zu sechs Monate dauern. Ein Expertenteam ist inzwischen in Schottland gelandet.

Die schottische Regierung erklärte, bisher gebe es keine Hinweise auf Umweltschäden durch das Gasleck. Der SPD-Europaabgeordnete Matthias Groote forderte, die EU müsse sich rasch auf einheitliche und schärfere Sicherheitsstandards bei der Öl- und Gasförderung in EU-Gewässern einigen. Die Gefahr von Katastrophen wachse, da die Offshore-Förderung immer mehr zunehme.

Der Börsenwert von Total sank seit Bekanntwerden des Lecks um acht Milliarden Euro. Am Donnerstagnachmittag lag der Aktienkurs um 8,5 Prozent unter dem Wert vom Montag. Das Gasleck an der Plattform Elgin PUQ rund 250 Kilometer vor der Ostküste Schottlands war am Sonntag entdeckt worden. Mehr als 300 Arbeiter mussten von Elgin und zwei Förderanlagen in der Umgebung in Sicherheit gebracht werden.

AFP