. .
News am 30.05.2012
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
21. April 2011, 07:40 Uhr

Zwei Kriegsfotografen in Misrata getötet

In der zwischen Gaddafi-Truppen und Rebellen schwer umkämpften Stadt Misurata sterben zwei Foto-Journalisten, ein dritter wird verletzt. Die Nato fordert die libyschen Bürger auf, sich von den Regierungstruppen fernzuhalten, um nicht in Gefahr zu geraten.

In der umkämpften libyschen Stadt Misrata sind zwei renommierte westliche Kriegsfotografen getötet worden. Der oscarnominierte britische Fotograf und Dokumentarfilmer Tim Hetherington und der US-Fotograf Chris Hondros starben durch einen Mörserangriff, wie ihre Auftraggeber "Vanity Fair" und Getty Images bestätigten. In der Nähe der Hauptstadt Tripolis starben laut libyschen Medienberichten sieben Zivilisten bei NATO-Luftangriffen.

Der 41-jährige Hetherington, der für seinen Dokumentarfilm "Restrepo" für den Oscar nominiert wurde, starb bei demselben Mörserangriff vom Mittwoch, bei dem auch der gleichaltrige Hondros verwundet wurde. Hondros erlitt schwere Kopfverletzungen und starb wenige Stunden nach dem Angriff, wie seine Fotoagentur Getty Images mitteilte. Bei dem Angriff wurden zudem ihre Kollegen Guy Martin und Michael Brown verletzt. Die Zahl der in dem seit zwei Monaten andauernden Libyen-Konflikt getöteten Journalisten stieg damit auf drei.

Die beiden Getöteten waren preisgekrönte, erfahrene Kriegsfotografen. Hetherington war für das US-Magazin "Vanity Fair" im seit Wochen von Truppen des libyschen Machthabers Muammar el Gaddafi belagerten Misrata. In seiner letzten Twitter-Mitteilung schrieb er am Dienstag: "In der belagerten libyschen Stadt Misrata. Heftiger Beschuss durch Gaddafi-Truppen. Keine Spur von der NATO."

Die NATO rief die libysche Zivilbevölkerung auf, sich von den Gaddafi-Truppen fernzuhalten, um den Weg für Angriffe freizumachen. Am Dienstag hatte das Bündnis eingeräumt, dass die Lufteinsätze den Schutz von Zivilisten nicht sicherstellen könnten, weil die Gaddafi-Truppen ihre Panzer mit Zivilisten als menschlichen Schutzschilden sicherten.

Die USA bekräftigten, dass sie anders als Italien, Frankreich und Großbritannien keine Militärberater zu den libyschen Rebellen entsenden wollten. "Wir beteiligen uns nicht, aber wir unterstützen das", sagte Außenministerin Hillary Clinton dem Fernsehsender PBS.

Die Vereinten Nationen wollen die Europäische Union vorerst nicht um militärischen Schutz für die humanitären Korridore in Libyen bitten. Dies sei momentan nicht nötig, da die UNO in der Lage sei, "zivile Mittel zu nutzen", sagte die Leiterin der humanitären Einsätze der Vereinten Nationen, Valerie Amos, in New York. Hilfsorganisationen hatten sich besorgt gezeigt, dass die Grenzen zwischen militärischen und humanitären Einsätzen verwischen könnten, wenn die EU Soldaten zum Schutz der Helfer schickt, weil die Helfer dadurch Ziele von Angriffen werden könnten.

Die UNO hatte mit der EU und der NATO vereinbart, im Bedarfsfall militärischen Schutz für die humanitären Hilfseinsätze anzufordern. "Aber da sind wir noch nicht", sagte Amos. "Es ist schwierig, aber wir sind in der Lage zu arbeiten." Amos sagte, es sei problematisch, wenn dieselben Länder, die eine Flugverbotszone einrichteten, sich am humanitären Einsatz beteiligen wollten. "Das Leben der humanitären Helfer steht auf dem Spiel", sagte sie.

NATO-Kampfjets haben laut einem Bericht des libyschen Staatsfernsehens Allibiya am Mittwochabend erneut Ziele in der Nähe der Hauptstadt Tripolis angegriffen. Das Ziel sei die Region Chellat el Ferdschan südwestlich von Tripolis gewesen, berichtete der Sender. Es habe Tote und Verletzte unter den Einwohnern gegeben. Häuser seien zerstört worden. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Jana wurden bei dem Angriff sieben Zivilisten getötet und 18 weitere verletzt.

AFP/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Libyen-Konflikt USA unterstützen die Rebellen

Die USA wollten nur eine Rolle im Hintergrund spielen, unterstützen jetzt aber die Rebellen mit Hilfslieferungen. Im belagerten Misurata starb heute ein oscarnominierter, britischer Kriegsreporter. mehr...

Nato-Einsatz gegen Gaddafi Wie besiegt man einen Diktator?

Im Ringen mit dem zähen Gaddafi erhöht der Westen die militärische Dosis: Jetzt sollen es Militärberater richten. Es darf bezweifelt werden, ob das reicht, um dem Diktator den Garaus zu machen. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage