Die bundesweit rund 700 000 Beschäftigten des Bauhauptgewerbes erhalten mehr Lohn. Mit diesem Ergebnis endete am Donnerstagmorgen in Potsdam die Schlichtung im Tarifkonflikt.
Die Schlichtung im Tarifkonflikt für das Baugewerbe ist nach der zweiten Verhandlungsrunde unter Vorsitz des früheren Wirtschaftsministers Wolfgang Clement mit einer Einigung zu Ende gegangen. Demnach sollen die Beschäftigten ein kräftiges Lohnplus erhalten, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) am Donnerstag mitteilte. Die Gewerkschaft und die beiden Arbeitgeberverbände, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) sowie der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB), haben nun bis zum 28. April Zeit, das Ergebnis anzunehmen oder abzulehnen.
"Mit dem Tarifergebnis haben wir einen tragfähigen Kompromiss gefunden", sagte IG BAU-Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. Dies sei ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zur Angleichung der Ost- an die Westlöhne. Der Schlichterspruch sieht unter anderem vor, dass in einem ersten Schritt die Tarifentgelte im Westen zum 1. Mai um drei Prozent erhöht werden. Zum 1. Juni kommenden Jahres sollen sie noch einmal um 2,3 Prozent steigen. Im Osten soll es zum 1. Juni eine Entgelterhöhung von 3,4 Prozent geben, ein weiteres Plus von 2,9 Prozent soll ab dem 1. August 2012 folgen. Zusätzlich wurde im Westen ein Zuschlag zur Alterssicherung ausgehandelt. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten.
Insbesondere die Erhöhung des Mindestlohns Ost in zwei Schritten um jeweils 25 Cent sei ein Schritt in die richtige Richtung, um die Ost-West-Schere zu schließen, erklärte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, HDB-Vizepräsident Klaus Hering.