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23. August 2010, 19:05 Uhr

Acht Touristen bei Geiseldrama getötet

Bei dem blutig beendeten Geiseldrama in der philippinischen Hauptstadt Manila sind nach Angaben von Präsident Benigno Aquino acht Touristen aus Hongkong getötet worden.

In der philippinischen Hauptstadt Manila hat sich am Montag ein blutiges Geiseldrama abgespielt: Mindestens neun Menschen starben, als die Polizei nach zwölfstündigem Nervenkrieg den vom Geiselnehmer gekaperten Reisebus aus Hongkong stürmte - darunter der Täter sowie acht Touristen. Eine Überlebende des Geiseldramas warf der Polizei vor, zu spät eingegriffen zu haben.

Nachdem die Polizei den ganzen Tag über vergeblich mit dem Geiselnehmer, einem früheren Polizisten, verhandelt hatte, stürmten schwer bewaffnete Beamte nach Anbruch der Dunkelheit den Bus. Der mit einem M16-Sturmgewehr bewaffnete Täter, der 55-jährige Rolando Mendoza, wurde dabei nach Polizeiangaben erschossen. "Einer unserer Scharfschützen hat es geschafft, ihm in den Kopf zu schießen", sagte Einsatzleiter Nelson Yabut.

Das philippinische Fernsehen berichtete live über das Geiseldrama. Bilder zeigten, wie Polizisten die Leiche des Geiselnehmers aus der Vordertür des Busses zogen. Vor der Erstürmung hatte der Ex-Polizist mit der Ermordung seiner im Bus verbliebenen Geiseln gedroht und erklärt, zwei Geiseln habe er bereits erschossen.

Der philippinische Präsident Benigno Aquino teilte in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) mit, dass bei dem "tragischen Vorfall" acht unschuldige Zivilisten getötet worden seien. An Bord des Reisebusses waren insgesamt 22 Touristen aus Hongkong und drei Philippiner. Während der Verhandlungen mit der Polizei ließ Mendoza über den Tag verteilt neun Geiseln frei, darunter mehrere Kinder und zwei der Philippiner.

Der philippinische Busfahrer rettete sich durch einen Sprung aus dem Fenster, kurz bevor die Polizei den Bus stürmte. Nach Angaben des philippinischen Roten Kreuzes wurden sieben Überlebende wegen Verletzungen behandelt, die sie bei der Erstürmung erlitten.

Mendoza galt früher als einer der besten Polizeibeamten seines Landes. Vor zwei Jahren jedoch war er wegen Diebstahls, Erpressung und Drogendelikten aus dem Polizeidienst entlassen worden. Mit der Geiselnahme wollte der 55-Jährige offenbar seine Wiedereinsetzung in den Polizeidienst erzwingen.

Eine Überlebende der Geiseldramas erhob schwere Vorwürfe gegen die Behörden. Die Polizei hätte zu spät eingegriffen, sagte die noch immer von den Ereignissen geschockte Frau vor Reportern. "Es ist zu spät, warum ist so viele Stunden lang niemand gekommen, um uns zu helfen", fügte sie hinzu. Ihr Mann sei getötet worden, als er versucht habe, andere Insassen des Busses vor dem Geiselnehmer zu schützen.

Die Führung in Hongkong bezeichnete die Geiselnahme als "Tragödie". Verwaltungschef Donald Tsang forderte die philippinischen Behörden auf, ausführlich Bericht über den blutigen Vorfall zu erstatten.

AFP
 
 
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