. .
News am 31.05.2012
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
2. Februar 2012, 17:38 Uhr

PORTRÄT: Mark Zuckerberg - Konzernchef im T-Shirt

Schon als junger Informatik-Student an der Harvard-Universität war Mark Zuckerberg besessen von der Idee, Menschen über das Internet zusammenzubringen.

Schon als junger Informatik-Student an der Harvard-Universität war Mark Zuckerberg besessen von der Idee, Menschen über das Internet zusammenzubringen. Dass aus einem kleinen Onlineforum für Studenten einmal ein milliardenschwerer Internetkonzern werden würde, hätte er sich sicher nicht träumen lassen. Und Zuckerberg will rasant weitermachen: "Facebook existiert, um die Welt offener und vernetzter zu machen, und nicht nur, um ein Unternehmen zu sein", schrieb der 27-Jährige bei der Verkündung des Facebook-Börsengangs.

Das 2004 gegründete Unternehmen aus der Nähe von San Francisco will durch den Börsengang fünf Milliarden Dollar (etwa 3,8 Milliarden Euro) einnehmen. Binnen weniger Jahre hat sich das einstige Universitäts-Netzwerk zu einer weltumspannenden Macht entwickelt; es prägt das Internet heute wie nur wenige andere Firmen. Zuckerberg findet sich deswegen heute immer wieder auf Top-Plätzen in Ranglisten mit den einflussreichsten Menschen der Welt.

Das renommierte US-Nachrichtenmagazin "Time" kürte ihn 2010 etwa zur "Person des Jahres". Mit der Auszeichnung erregt die Zeitschrift alljährlich großes Aufsehen. Zuckerberg habe mit Facebook "unser alltägliches Leben verändert", lautete die Begründung des Magazins. Das renommierte US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" hob Zuckerberg 2011 auf Platz neun der einflussreichsten Personen, nur wenige Ränge hinter Staatslenkern wie US-Präsident Barack Obama oder Chinas Staatschef Hu Jintao.

Der Börsengang könnte den ehemaligen Harvard-Studenten auch zu einem der reichsten Menschen der Welt machen. Gut 28 Prozent hält der junge IT-Manager an dem von ihm mit gegründeten Unternehmen. Erzielt das Unternehmen einmal einen Börsenwert von bis zu 100 Milliarden US-Dollar, wie vielfach spekuliert wird, ist Zuckerbergs Anteil entsprechend viel wert.

Der große gesellschaftliche Einfluss, der Zuckerberg heute schon zugeschrieben wird, kommt nicht von ungefähr: Rund 845 Millionen regelmäßige Nutzer weltweit hat das soziale Netzwerk mittlerweile, die mit ihren Freunden Fotos teilen oder schreiben, was sie gerade bewegt. Damit gibt mehr als ein Zehntel der Weltbevölkerung auf Facebook private Informationen preis. Und was die Nutzer in ihren Profilen über sich verraten, wird von Facebook auch dazu genutzt, um etwa Geld mit Werbung zu verdienen: Die Menschen erhalten Anzeigen von Unternehmen passend zu ihren persönlichen Vorlieben.

Zuckerberg gründete Facebook 2004 zusammen mit Studienfreunden an der angesehenen Universität von Harvard. Die Idee, Freunde und Bekannte auf einer Internet-Plattform zu versammeln, mit ihnen Neuigkeiten, Klatsch und Fotos auszutauschen, kam an. Internet-Konzerne begannen, sich für das Phänomen zu interessieren. Yahoo bot 2006 eine Milliarde Dollar für Facebook - erfolglos. Ein Mittzwanziger, der eine Milliarde Dollar ablehnt: Zuckerberg, der Mann mit dem jungenhaft wirkenden Gesicht, der gern im T-Shirt auftritt, zeigt viel geschäftliches Selbstbewusstsein.

Wegen seines Umgangs mit Nutzerdaten steht Facebook allerdings immer wieder in der Kritik - und damit auch Firmenchef Zuckerberg. In diesen Wochen etwa will das soziale Netzwerk seine Nutzer verpflichten, ihre Profile auf eine neue Optik umzustellen, mit der die Informationen in den Nutzer-Profilen übersichtlicher dargestellt werden - und damit auch leichter zu durchsuchen sind.

Auch Zuckerberg hat die Datenschutzprobleme seines Unternehmens schon einmal persönlich kennengelernt. Erst im Dezember standen wegen eines Software-Fehlers private Fotos von ihm und anderen Nutzern für eine Weile öffentlich im Netz. Spätestens hier könnte Zuckerberg klar geworden sein, dass nicht nur für sein Unternehmen viel Potenzial besteht - sondern auch, dass die Nutzer noch viel Nachbesserungsbedarf beim Datenschutz sehen könnten.

AFP