Ägypten hat die USA, Großbritannien und Frankreich gebeten, die Konten ehemaliger hochrangiger Beamter einzufrieren. Der gestürzte Präsident Husni Mubarak sei jedoch nicht unter den Aufgelisteten, hieß es am Montag aus Washington und Paris.
Die ägyptische Regierung hat die USA um die Sperrung der Konten der alten Führungsriege um den gestürzten Präsidenten Husni Mubarak gebeten. Die Guthaben Mubaraks seien von der Anfrage jedoch nicht betroffen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag (Ortszeit) aus Regierungskreisen in Washington. "Wir haben Anfragen bezüglich anderer Funktionäre", sagte ein Vertreter des US-Außenministeriums, der nicht namentlich genannt werden wollte.
Zuvor hatte Kairo nach EU-Diplomatenangaben bereits eine Liste von sechs bis sieben Namen von hochrangigen Funktionären an die EU übermittelt und um eine Sperrung ihrer Konten gebeten. Auch hier sei Mubarak nicht darunter, hieß es. Eine eigenmächtige Sperrung der Konten Mubaraks lehnte die EU ab. Eine Sprecherin von EU-Außenministerin Catherine Ashton kündigte aber "angemessene Maßnahmen" an, sollte die Frage nach solchen Kontosperren im Dialog mit Ägypten aufkommen.
US-Außenministerin Hillary Clinton zeigte sich "beruhigt" über das Verhalten der Armee, die seit dem durch wochenlange Proteste erzwungenen Rücktritt Mubaraks am Freitag in Ägypten an der Macht ist. Die Armeespitze hatte am Sonntag das Parlament aufgelöst, in spätestens sechs Monaten soll es Neuwahlen geben. Die Verfassung wurde bis zur Volksabstimmung über die Änderungen außer Kraft gesetzt. Zugleich drang Clinton auf eine Aufhebung des seit 30 Jahren geltenden Ausnahmezustands. Dies sei aber ein "ägyptischer Prozess" und müsse von den Ägyptern selbst vorangebracht werden, sagte sie am Montag im Gespräch mit dem arabischen TV-Sender El Dschasira.