Eine Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes würde nach einer Studie Geringverdiener dreimal so stark belasten wie die Spitzenverdiener. Bei einer Abschaffung des ermäßigten Steuersatzes auf Produkte wie Nahrungsmittel und Bücher drohe den ärmsten Haushalten ein Realeinkommensverlust von bis zu 2,8 Prozent, den reichsten hingegen nur von 0,9 Prozent, heißt es in der Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz bringe zwar mehr Transparenz in das Steuersystem und trage zum Bürokratie-Abbau bei, erklärte der DIW-Vorstandsvorsitzende Gert Wagner. Er warnte jedoch zugleich eindringlich vor der "unsozialen" Wirkung der Vereinheitlichung.