12. August 2010, 11:43 Uhr

Ugandische Rebellen entführten rund 700 Menschen

Ugandische Rebellen haben nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch im Kongo und in Zentralafrika in den vergangenen anderthalb Jahren rund 700 Menschen, darunter zahlreiche Kinder, verschleppt.

Ugandische Rebellen haben nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch im Kongo und in Zentralafrika in den vergangenen anderthalb Jahren rund 700 Menschen, darunter zahlreiche Kinder, verschleppt. Die Widerstandsarmee des Herrn (Lord's Resistance Army, LRA) habe seit Februar 687 Menschen in ihre Gewalt gebracht, teilte die Organisation am Donnerstag mit. Die Entführungen ereigneten sich demnach in der Zentralafrikanischen Republik sowie im Norden der Demokratischen Republik Kongo. Fast ein Drittel der Geiseln seien Kinder, von denen viele zu Kindersoldaten oder Sex-Sklaven der LRA-Kämpfer gemacht worden seien.

Für ihre Studie zu den Entführungen hatte Human Rights Watch vier Wochen lang 520 Zivilisten in Zentralafrika und im Kongo befragt. 90 von ihnen seien selbst ehemalige Entführungsopfer. Sie berichteten, dass die LRA Erwachsene und Kinder brutal töte, wenn diese zu fliehen versuchten, zu langsam marschierten oder die ihnen aufgebürdeten schweren Lasten nicht tragen könnten.

Die LRA gilt als eine der brutalsten Guerilla-Gruppen der Welt. Sie trat zuerst 1988 im Norden Ugandas in Erscheinung und wurde dann im Kongo, in Zentralafrika sowie im Süden des Sudan aktiv. Ihr Anführer Joseph Kony wird vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht.

AFP
 
 
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