Merkel beklagt Jugendarbeitslosigkeit in Europa

24. Januar 2013, 15:53 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor den Folgen der Jugendarbeitslosigkeit in Europa gewarnt.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor den Folgen der Jugendarbeitslosigkeit in Europa gewarnt. Die hohe Zahl der arbeitslosen Jugendlichen sei "unsere große Last zur Zeit", sagte Merkel auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Bei Arbeitslosenquoten in Spanien von über 50 Prozent, "vielleicht sogar 60 Prozent" bei den jungen Menschen und ähnlich hohen Quoten in Portugal und in Griechenland sei es "Hauptaufgabe" der Politiker, diesen jungen Menschen "Perspektiven aufzuzeigen", sagte Merkel.

Europa müsse "alles tun", um die Mobilität der Arbeitskräfte zu verbessern, sagte die Kanzlerin. Hindernisse seien die Sprachbarrieren und die "Barrieren der Übertragbarkeit von sozialen Sicherungssystemen". "Gegebenenfalls" seien auch "Überbrückungsmaßnahmen" nötig, bis die bereits beschlossenen Strukturreformen in Europa so wirkten, dass damit auch ein Abbau der Arbeitslosigkeit verbunden sei, sagte die Kanzlerin. "Darum geht es jetzt in der nächsten Zeit."

Strukturreformen wirkten erst mit einer Zeitverzögerung "von zwei, drei, vier Jahren", das "haben wir in Deutschland erlebt", sagte die Kanzlerin. Die Zwischenzeit gelte es nun so zu nutzen, dass die politische Situation nicht eskaliere, mahnte Merkel.

Die Unternehmer weltweit rief die Bundeskanzlerin auf, in Europa zu investieren: "Wer immer seinen kleinen Beitrag leisten kann, dass junge Leute eine Perspektive haben, der ist herzlich eingeladen", sagte sie an die in Davos versammelten Firmenchefs gewandt. "Wir freuen uns über jeden, der einem jungen Menschen auch ein Stück Hoffnung gibt."

Im vergangenen November waren in den 27 EU-Ländern 5,8 Millionen Menschen unter 25 Jahren ohne Arbeit, das entspricht der EU-Statistikbehörde Eurostat zufolge im Durchschnitt fast 24 Prozent. In Griechenland und Spanien hat deutlich mehr als jeder Zweite keinen Job, in Italien und Portugal ist mehr als jeder Dritte arbeitslos.

AFP