Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei ihrem Besuch in China Staatschef Hu Jintao getroffen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei ihrem Besuch in China Staatschef Hu Jintao getroffen. Vor Beginn des Gespräch in Peking sagte Hu, der Besuch Merkels werde das "gegenseitige Verständnis" zwischen beiden Ländern vergrößern. Anschließend reiste die Kanzlerin in Begleitung des chinesischen Regierungschefs Wen Jiabao in die südchinesische Wirtschaftsmetropole Kanton, wo einige deutsche Firmen aktiv sind.
Am Donnerstag hatte Merkel um Vertrauen in die Europäische Union geworben. Sie sei überzeugt, dass die EU mit ihren Plänen für mehr Haushaltsdisziplin und bessere Wettbewerbsfähigkeit den richtigen Weg eingeschlagen habe, sagte sie in Peking.
Wen mahnte nach seinem ersten Treffen mit Merkel, die Krise in Europa müsse "dringend" überwunden werden. Er rief dabei zu internationaler Zusammenarbeit auf. China prüfe etwa eine stärkere Beteiligung an den Euro-Rettungsfonds EFSF und ESM über den Internationalen Währungsfonds (IWF).
Merkel sprach auch die Menschenrechtslage in China an. China und Deutschland pflegten seit langem "einen offenen und ehrlichen Meinungsaustausch", sagte sie in ihrer Rede. Der dreitägige Besuch ist Merkels fünfte China-Reise als Kanzlerin.
Unterdessen ist der chinesische Menschenrechtsanwalt Mo Shaoping nach eigenen Angaben von der Polizei an einem Treffen mit Merkel gehindert worden. Er sei zu einem Empfang in der deutschen Botschaft eingeladen worden, an dem am Donnerstag auch Merkel teilnehmen sollte, sagte Mo der Nachrichtenagentur AFP. Die Polizei sei jedoch in sein Büro gekommen und habe seinen Aufbruch dorthin verhindert. Beamte seien ohne rechtliche Grundlage drei Stunden in dem Büro geblieben, sagte Mo.
Er sei am Montag von der Botschaft eingeladen worden, um mit Merkel die Lage des Rechts und der Anwälte in China zu besprechen, sagte Mo. Der Anwalt hatte unter anderem den inhaftierte Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo und den Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng vertreten. Seinen Angaben nach begründete die Polizei ihr Verbot, an dem Empfang teilzunehmen, mit Sorgen um die soziale Stabilität in China. Demnach war er bereits in der Vergangenheit wiederholt an Treffen mit ausländischen Politikern gehindert worden.