Der Schweizer Finanzminister Hans-Rudolf Merz tritt von seinem Posten zurück. Er habe am Morgen seinen Rücktritt eingereicht, der Anfang Oktober wirksam werde, sagte Merz am Freitag vor Journalisten. Detaillierte Gründe für seinen Schritt nannte der liberale Politiker, der im Jahr 2009 gleichzeitig Bundespräsident war, nicht. Er war jedoch in der jüngsten Vergangenheit im Zusammenhang mit einer Reise nach Libyen und dem Kampf gegen die Finanzkrise immer stärker in die Kritik geraten.
Seine "schwere" Entscheidung habe er getroffen, nachdem er "Bilanz gezogen" habe, sagte Merz bei der Pressekonferenz. Merz zog sich vor allem Kritik für seinen erfolglosen Besuch in Libyen im Sommer 2009 zu, als er die Freilassung der beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer Geschäftsmänner Rachid Hamdani und Max Göldi erreichen wollte. Dies gelang nicht, beide Männer sind mittlerweile aber wieder in der Heimat.
Zudem war Merz für seinen Umgang mit der Finanzkrise in der Schweiz kritisiert worden, die auch das Alpenland nicht verschont hatte. Auf seine Initiative hin und nach dem Druck großer europäischer Länder und der USA lockerte Bern im März 2009 das Bankengeheimnis, was ihm viele Kritiker vorwarfen.