11. Juli 2012, 14:48 Uhr

Mindestens 20 Tote bei Selbstmordanschlag im Jemen

Bei einem Selbstmordanschlag in Jemens Hauptstadt Sanaa sind mindestens 20 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden.

Bei einem Selbstmordanschlag in Jemens Hauptstadt Sanaa sind mindestens 20 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Wie von Seiten der Sicherheitsbehörden verlautete, richtete sich der Anschlag gegen eine Polizei-Akademie in der Stadt. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand, die jemenitischen Sicherheitskräfte gehen zurzeit jedoch verschärft gegen Al-Kaida-Kämpfer im Süden des Landes vor.

Der Attentäter habe sich vor dem Eingang der Akademie in die Luft gesprengt, als mehrere Nachwuchskräfte der Polizei das Gebäude verließen, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte, der namentlich nicht genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur AFP. Ein weiterer Vertreter der Sicherheitsbehörden sagte, der Attentäter habe in einem Auto gesessen, als er inmitten der Menschenmenge seinen Sprengsatz zündete.

Nach Angaben von Augenzeugen fuhr der Attentäter mit einem Taxi vor und sprengte sich vor dem Südeingang des Gebäudes in die Luft. Das Fahrzeug wurde durch die Explosion vollständig zerstört, vor dem Eingang der Polizei-Akademie lagen Trümmer auf der Straße. Die Polizei sperrte das betroffene Gebiet ab, Rettungswagen brachten die Toten und Verletzten ins Krankenhaus.

Es war der zweitschwerste Anschlag in Sanaa seit dem Amtsantritt von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi im Februar. Ende Mai waren bei einem Selbstmordanschlag auf die jemenitische Armee mehr als hundert Soldaten getötet worden. Zu dem Anschlag auf einem zentralen Platz in Sanaa, wo gerade eine Übung für eine Militärparade stattfand, hatte sich die Al-Kaida-nahe Rebellengruppe Partisanen der Scharia bekannt. Die Polizei-Akademie liegt ganz in der Nähe. Anfang Juli hatte das Verteidigungsministerium erklärt, die Behörden hätten vermutlich mehrere Selbstmordanschläge auf Regierungsgebäude in Sanaa vereitelt.

Das Terrornetzwerk Al-Kaida hatte im vergangenen Jahr die Schwäche der jemenitischen Regierung infolge der monatelangen Proteste gegen den damaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh genutzt, um ihre Macht im Süden des Landes auszubauen. Dabei eroberten die radikalislamischen Rebellen auch mehrere Städte. In den vergangenen Monaten hatte das Militär dann eine Offensive gegen die Al-Kaida-Kämpfer gestartet und Mitte Juni die Kontrolle über deren Hochburgen zurückerlangt.

AFP