Mindestens 30 Tote durch Erdbeben im Süden Irans

9. April 2013, 19:38 Uhr

Bei einem Erdbeben der Stärke 6,1 im Süden des Iran sind mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen und 800 weitere verletzt worden.

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Bei einem Erdbeben der Stärke 6,1 im Süden des Iran sind mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen und 800 weitere verletzt worden. Das Epizentrum des Bebens lag nach Angaben des iranischen Erdbebeninstituts in Kaki, knapp 90 Kilometer südöstlich der Küstenstadt Buschehr, wo das einzige Atomkraftwerk des Landes steht. Der Provinzgouverneur versicherte, dass die Atomanlage nicht beschädigt worden sei.

"Nach unseren neuesten Zahlen sind 30 Mitbürger getötet worden", sagte Provinzgouverneur Fereidun Hasanwand im iranischen Fernsehen. Weitere 800 seien bei dem Erdbeben verletzt worden.

Der Leiter des iranischen Roten Halbmonds, Mahmud Mosafar, zeigte sich vor Journalisten besorgt, dass die Opferzahlen weiter steigen könnten. Die betroffene Gegend sei ländlich geprägt, weshalb weitere Schäden zu vermuten seien. Ein Dorf sei "zu 100 Prozent zerstört" worden, sagte Mosafar. Die Region Kaki hat rund 12.000 Einwohner.

Ein Krankenhausmitarbeiter in der Stadt Chormodsch sagte der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA: "Mindestens 20 Leichen sind in das Leichenschauhaus gebracht worden." Chormodsch liegt östlich von Buschehr.

"An der Atomanlage von Buschehr wurde kein Schaden festgestellt", sagte Gouverneur Hasanwand. Das erste und bislang einzige iranische Atomkraftwerk war im Herbst 2011 nach jahrzehntelanger Bauzeit in Betrieb genommen worden. Auch der Chefingenieur der Anlage versicherte, es habe keine Störung des Betriebs oder der Sicherheit gegeben.

In der Erdbebenregion waren laut Fernsehberichten die Stromversorgung sowie Telefonverbindungen unterbrochen. Es habe gut ein Dutzend Nachbeben gegeben, das heftigste unter ihnen habe eine Stärke von 5,3 gehabt.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) ereignete sich das Hauptbeben um 16.22 Uhr Ortszeit (13.52 Uhr MESZ). Augenzeugen zufolge waren die Erschütterungen auch in Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu spüren. In Bürogebäuden habe sich Panik breitgemacht.

Rettungskräfte wurden in die betroffene Region entsandt. Auch Sicherheitskräfte waren dorthin unterwegs. An Betroffene wurden Zelte, Decken und Nahrungsmittel verteilt.

Im Iran gibt es häufig Erdbeben, weil dort mehrere tektonische Platten aufeinander treffen. Im Dezember 2003 waren bei einem Beben in der südlichen Stadt Bam 31.000 Menschen ums Leben gekommen - ein Viertel der dortigen Bevölkerung. Im August vergangenen Jahres starben im Nordwesten des Landes bei zwei Beben der Stärke 6,2 und 6,0 insgesamt 306 Menschen.

AFP