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29. September 2011, 13:23 Uhr

Stellen in großem Stil abgebaut

In Deutschland, Rumänien und den USA will der weltweit größte Handyhersteller Nokia 3.500 Arbeitsplätze abbauen. Ein erst vor drei Jahren in Rumänien eröffnetes Werk soll jetzt dichtgemacht werden.

Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia will weiter in großem Stil Arbeitsplätze abbauen. Knapp vier Jahre, nachdem das finnische Unternehmen seine Produktion von Bochum in die rumänische Region Cluj verlagerte, will Nokia nun auch den dortigen Standort schließen, wie der Konzern am Donnerstag in Helsinki mitteilte. Doch auch in Deutschland will das Unternehmen wieder Arbeitsplätze abbauen.

Bis Ende kommenden Jahres werde der Konzern insgesamt 3.500 Stellen streichen, teilte Nokia mit. Zum Ende dieses Jahres solle zunächst das Werk in Rumänien geschlossen werden. 2.200 Beschäftigte verlieren dort einem Unternehmenssprecher zufolge ihren Arbeitsplatz. Keine vier Jahre hätte Nokia damit sein rumänisches Werk betrieben. Begleitet von großem Protest hatte Nokia 2008 die Produktion von Bochum ins nordwestrumänische Jucu verlagert und dies mit einem "generell hohen Kostenniveau" in Deutschland begründet.

Von den Schließungsplänen zeigten sich Betroffene in Jucu schockiert. "Wir sind sehr ungehalten, wir hatten diese Ankündigung nicht erwartet und die Gewerkschaften haben die Entscheidung einfach akzeptiert, ohne zu murren", sagte ein 35-jähriger Nokia-Mitarbeiter in Rumänien. Auch der Bürgermeister von Jucu, Dorel Pojar, bedauerte die Entscheidung der Finnen, die in Rumänien rund 60 Millionen Euro investiert hatten.

Bukarest hatte in der Vergangenheit versichert, Nokia keine direkten Finanzspritzen für den Umzug von Deutschland nach Rumänien gezahlt zu haben. Allerdings waren rund 15 Millionen Euro an Steuergeldern in den Aufbau von entsprechender Infrastruktur in der Region geflossen. In einer Dringlichkeitssitzung bekräftigte deshalb der Stadtrat von Jucu nun, von Nokia die Rückzahlung der Investitionssumme einzufordern.

Neben den Betroffenen in Rumänien will Nokia weitere 1.300 Beschäftigen in der Software-Entwicklung entlassen. "Zum Ende des kommenden Jahres" soll Unternehmensangaben zufolge dann auch der Standort in Bonn geschlossen werden.

Der nun verkündete Arbeitsplatzabbau kommt zu den Einsparungen hinzu, die das Unternehmen bereits im April bekannt gegeben hatte. Damals hatte Nokia mitgeteilt, 4.000 Stellen abzubauen und 3.000 auszulagern. Der Konzern deutete bereits weitere Stellenstreichungen für das kommende Jahr an: Nokia werde die langfristige Rolle seiner Werke im finnischen Salo, in Komarom in Ungarn und im mexikanischen Reynosa überprüfen.

Die Stellenstreichungen sind Teil des Februar angekündigten Konzernumbaus. Im Rahmen dessen hatte das Unternehmen bereits entschieden, sich von seinem Smartphone-System Symbian zu verabschieden und stattdessen auf Windows Phone von Microsoft zu setzen. Hinzu kommen weltweit die Schließung von Standorten und die Umorganisation von Geschäfts- und Entwicklungseinheiten.

Mit dem Konzernumbau will Nokia auf die starke Konkurrenz vor allem auf dem Smartphone-Markt reagieren. Die Finnen waren erst spät auf dem boomenden Markt aktiv geworden und ihre Modelle taten sich bisher schwer, mit dem iPhone von Apple sowie den Geräten auf Basis des Google-Betriebssystems Android mitzuhalten. Der einstige unangefochtene Weltmarktführer für Mobiltelefone sah seinen Marktanteil, der im ersten Halbjahr 2008 noch bei mehr als 40 Prozent lag, auf 23 Prozent im zweiten Quartal 2011 fallen.

AFP
 
 
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