Weil die norwegische Polizei fast eine Stunde gebraucht hat, um den Terroristen Anders Behring Breivik auf der Insel Utøya festzunehmen, steht sie zunehmend in der Kritik. Justizminister Storberget verteidigte die Arbeit der Beamten.
Norwegens Justizminister Knut Storberget hat die Polizei des Landes nach dem blutigen Doppelanschlag gegen Kritik in Schutz genommen. Die Polizei habe ihre Aufgabe "in dieser Situation sehr gut erfüllt", sagte Storberget am Dienstag nach einem Treffen mit Polizeichefs in Oslo. Auch habe die Polizei sehr gut auf bisher geäußerte Kritik reagiert. Bei dem Blutbad bei einem Jugendlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utøya am Freitag hatten Polizisten nach der ersten Meldung der örtlichen Dienststelle an die Osloer Polizei fast eine Stunde gebraucht, um den Angreifer Anders Behring Breivik festzunehmen. Dieser erschoss zuvor mindestens 68 Menschen.
Storberget zeigte sich offen für eine Untersuchung zum Vorgehen der Polizei, stellte sich aber demonstrativ hinter die Sicherheitsbehörden des Landes. Die Polizei in Oslo und anderen Bezirken habe "fantastische Arbeit" geleistet, sagte der Minister. "Diese Leute haben viel härter gearbeitet, als man es von irgendjemandem erwarten könnte. Diese Leute haben ihren Urlaub abgebrochen und haben sich aus allen Teilen des Landes freiwillig gemeldet, um zu helfen." Er lobte zudem den Einsatz der Polizisten, um nach den Anschlägen "Sicherheit" und "Normalität" wiederherzustellen.