In Ägypten nimmt die Gewalt gegen Angehörige der christlichen Minderheit wieder zu. 26 Kopten starben in der vergangenen Woche bei neuen Ausschreitungen. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe plädiert jetzt dafür, den Verfolgten notfalls in Deutschland Schutz zu gewähren.

Koptische Christen tragen die Opfer der jüngsten Ausschreitungen zu Grabe© Mohamed Abd El-Ghany/Reuters
CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe will ägyptische Christen zu ihrem Schutz notfalls in Deutschland aufnehmen. Die Bundesrepublik habe bereits vielen bedrängten Christen aus dem Irak geholfen, "diese Option" müsse es gegebenenfalls auch für die Kopten geben, sagte Gröhe der Zeitung "Die Welt" vom Samstag. Zunächst aber gelte es, die Lebensverhältnisse vor Ort zu verbessern. In der vergangenen Woche waren bei Ausschreitungen 26 koptische Christen ums Leben gekommen.
Ägypten erlebe eine ernste Bewährungsprobe, sagte Gröhe weiter: Berlin müsse der Übergangsregierung in Kairo klarmachen, "dass sie sich nicht einerseits den erfolgreichen Kampf für die Freiheit auf die Fahnen schreiben kann, wenn sie andererseits nicht dafür sorgt, dass Minderheiten in Freiheit leben können."