Drucken | Fenster schließen    

Neue Studie zeigt Auswirkung der Eisschmelze auf Ozeane

29. November 2012, 21:23 Uhr

Das wegen der Erderwärmung schmelzende Polareis der Antarktis und Grönlands hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten wesentlich zum Anstieg der Meeresspiegel beigetragen.

Das wegen der Erderwärmung schmelzende Polareis der Antarktis und Grönlands hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten wesentlich zum Anstieg der Meeresspiegel beigetragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, für die ein internationales Team aus 47 Forschern Aufnahmen von zehn Satelliten ausgewertet hat. Die Bilder wurden seit 1992 an verschiedenen Orten gemacht.

Die Auswertung der Daten ergab nach Angaben der Forscher, dass allein die Eisschmelze in der Antarktis und Grönland das Niveau der Meeresspiegel in den vergangenen 20 Jahren um elf Millimeter ansteigen ließ. Dies sei ein Fünftel des gesamten Anstiegs der Meeresspiegel seit 1992, hieß es in der Studie. Demnach hat sich die Auswirkung der Erderwärmung vor allem auf Grönland beschleunigt: Das Eis schmilzt dort heute fünf Mal schneller als zu Beginn der 90er Jahre.

"Veränderungen der Polareismassen sind entscheidend, weil sie ein Maßstab für den globalen Klimawandel sind und sich direkt auf die Meeresspiegel auswirken", erläuterte der Leiter der Studie, Andrew Shepherd von der Universität in Leeds. Die kombinierte Auswertung unterschiedlicher Daten erbrachte den Forschern zufolge einen klaren Beweis für die Auswirkung des Klimawandels. Die Ergebnisse seien eindeutiger als die bisherigen Schätzungen zum Rückgang des Polareises und den Folgen.

Die Studie sei ein "Schnappschuss" der Entwicklung in den beiden vergangenen Jahrzehnten, sagte Ko-Autor Erik Ivins von der US-Raumfahrtbehörde NASA. Sie lasse aber keinen Rückschluss auf künftige Entwicklungen zu. Dazu müsse die Wissenschaft die physischen Prozesse während des untersuchten Zeitraums besser verstehen. Erst dann könne sie Modelle für die Auswirkungen des Klimawandels in der Zukunft machen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlicht.

AFP

© 2014 stern.de GmbH