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16. Dezember 2010, 13:41 Uhr

Vormarsch der Taliban in Afghanistan gestoppt

Die internationalen Truppen in Afghanistan haben laut dem neuen US-Lagebericht zur Situation am Hindukusch den Vormarsch der Taliban in Afghanistan gestoppt.

Die internationalen Truppen in Afghanistan haben laut dem neuen US-Lagebericht zur Situation am Hindukusch den Vormarsch der Taliban in Afghanistan gestoppt. Die "Dynamik, die die Taliban in den vergangenen Jahren erreicht haben", sei in vielen Landesteilen gebrochen und "in einigen Schlüssel-Gebieten umgekehrt" worden, hieß es in dem Lagebericht, der US-Präsident Barack Obama am Donnerstag in Washington vorgelegt wurde. Die Fortschritte seien allerdings weiterhin "fragil und umkehrbar". Den Bericht hatte Obama im Dezember 2009 in Auftrag gegeben, nachdem er die neue US-Strategie für Afghanistan festgelegt hatte. Damals entschied er, die Zahl der US-Soldaten am Hindukusch drastisch auf 100.000 zu erhöhen.

Die Verstärkung der US-Armee und der übrigen internationalen Truppen in Afghanistan habe sich ausgezahlt, heißt es in dem Lagebericht, dessen gekürzte und zensierte Fassung den Medien übermittelt wurde. Erfolge erzielten die USA und ihre Verbündeten demnach insbesondere in den südlichen Provinzen Kandahar und Helmand, die jedoch weiterhin Hochburgen der Taliban sind. Fortschritte seien auch beim Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte zu verzeichnen. "Folglich ist unsere Strategie dabei, die notwendigen Voraussetzungen für den Beginn einer verantwortungsvollen Reduzierung der amerikanischen Truppen im Juli 2011 zu schaffen", lobt der Bericht und stützte damit Obamas Vorgabe, Mitte kommenden Jahres mit einem schrittweisen Abzug zu beginnen.

Der US-Bericht konstatierte auch eine deutlich verbesserte Zusammenarbeit mit Afghanistans Nachbarland Pakistan. Die Fortschritte im Verhältnis zu Pakistan seien "substantiell, aber auch ungleich" gewesen. Pakistan habe Erfolge beim Kampf gegen Rückzugsorte von Extremisten erzielt, dafür allerdings einen hohen Preis gezahlt. Die Pakistaner hätten "in den Reihen ihrer Armee und in ihrer Zivilbevölkerung tausende Opfer durch terroristische Angriffe" zu beklagen. Um das Land zu unterstützen, hätten die USA die Zusammenarbeit bei der Ausbildung von Sicherheitskräften verstärkt und ihre Hilfe bei pakistanischen Militäreinsätzen ausgedehnt. Zur weiteren Verbesserung der Lage wurde in dem Bericht eine bessere Zusammenarbeit entlang der pakistanisch-afghanischen Grenze gefordert.

Der US-Bericht stellt überdies Erfolge im Kampf gegen das Terrornetzwerk El Kaida fest. Die El-Kaida-Führung in Pakistan sei so geschwächt und so stark einem ständigen Druck ausgesetzt, wie noch nie seit ihrer Flucht aus Afghanistan Ende 2001. "Die Führung von El Kaida verkümmerte, das Gebiet, in der sie sich ausbreitet, hat sich verkleinert und ist weniger sicher, ihre Fähigkeit, terroristische Operationen vorzubereiten, wurde deutlich geschwächt", heißt es in der Analyse. Es würden aber weiter "terroristische Verschwörungen gegen die USA, unsere Verbündeten und unsere Partner" geschmiedet. El Kaida sei erst endgültig besiegt, wenn das Netzwerk keine Rückzugsorte in der Region mehr habe und der Rest der Führung "eliminiert" sei.

AFP
 
 
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