Neues Portal soll Einfluss von Firmen auf Unis aufdecken

24. Januar 2013, 11:43 Uhr

Ein neues Internetportal soll fragwürdige Verbindungen von Wirtschaft und Wissenschaft an Hochschulen aufdecken.

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Ein neues Internetportal soll fragwürdige Verbindungen von Wirtschaft und Wissenschaft an Hochschulen aufdecken. Die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International, die Berliner "tageszeitung" und die Studentenvertretung fzs starteten das Projekt "Hochschulwatch.MachtWirtschaftUni". Auf der Seite www.hochschulwatch.de können künftig Kooperationen zwischen Unternehmen und Hochschulen öffentlich gemacht werden.

Auf der Seite zeigt eine Karte bereits, wie viel Geld Hochschulen im Jahr 2010 von der gewerblichen Wirtschaft für Forschungsprojekte bekommen haben. Leser sind nun aufgerufen, eigene Erkenntnisse über Kooperationen von Hochschulen und Unternehmen einzutragen. Diese werden zunächst nachgeprüft, bevor sie online gestellt werden. Das Projekt ist auf ein Jahr angesetzt.

"Wir wollen die Erkenntnisse dazu nutzen, um systematischer problematische Formen der Beeinträchtigung der Freiheit und Unabhängigkeit von Forschung und Lehre an unseren Hochschulen erfassen zu können", erklärte die Transparency-Vorsitzende Edda Müller. Der stellvertretende "taz"-Chefredakteur Reiner Metzger verwies darauf, dass die Erfahrung mit dem anonymen Briefkasten 'Uni-Leaks' gezeigt habe, "dass die Ökonomisierung der Hochschulen voranschreitet". Die "taz" hatte ihre Leser aufgefordert, Auffälligkeiten in der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft zu benennen.

Der Sprecher des "freien Zusammenschlusses von StudentInnenschaften" (fzs), Erik Marquardt, begründete das Projekt damit, dass sich die Studentenvertretung um "die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre" sorge. "Wirtschaftliche und wissenschaftliche Interessen kollidieren an Hochschulen immer öfter", kritisierte Marquardt. Das größte Gut der Wissenschaft sei aber "ihre Unabhängigkeit und Transparenz".

AFP
 
 
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