Neuseeland bei Weltpremiere im "Hobbit"-Fieber

28. November 2012, 17:23 Uhr

Die Weltpremiere des ersten Teils der "Hobbit"-Verfilmung hat Neuseelands Hauptstadt Wellington in ein Fantasy-Fieber versetzt.

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Die Weltpremiere des ersten Teils der "Hobbit"-Verfilmung hat Neuseelands Hauptstadt Wellington in ein Fantasy-Fieber versetzt. Bis zu 100.000 Zuschauer versammelten sich in der Innenstadt und feierten den Regisseur Peter Jackson, dessen Filmcrew und weitere Prominenz. "Avatar"-Regisseur James Cameron geht schon jetzt davon aus, dass "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" das Kino nachhaltig verändern wird.

Die Fans der Saga des britischen Autors J.R.R. Tolkien säumten den roten Teppich, viele von ihnen waren als Zwerge, Zauberer oder andere Gestalten der Geschichte über die abenteuerliche Reise des Hobbits Bilbo Beutlin verkleidet. Unter den prominenten Premierengästen waren der Hauptdarsteller des Film, Martin Freeman, sowie seine Filmkollegen Cate Blanchett und Elijah Wood.

Die Fluggesellschaft Air New Zealand überflog die Premierenschau im Embassy Theatre im Tiefflug mit einer Boeing 777 in Hobbit-Farben. Moderatoren des neuseeländischen Rundfunks wandten sich anlässlich der Premiere in Elfensprache an ihre Hörer, neuseeländische Zeitungen druckten "Hobbit"-Poster.

Jackson zeigte sich gerührt: "Es ist bewegend und sehr berührend, all diese Einwohner meiner Geburtsstadt zu sehen, die gekommen sind." Sein Team und er hätten sich zwei Jahre lang auf den Film konzentriert und darauf geachtet, dass keine Details nach außen dringen. "Und dann ist der Dreh vorbei und da sind 100.000 Menschen, die zur Premiere kommen", fügte Jackson hinzu.

Sechs Jahre hat Jackson in sein Filmprojekt investiert, dabei galt es unter anderem auch Rechtsstreitigkeiten mit den Erben Tolkiens beizulegen, sowie einen Konflikt mit Gewerkschaften abzuwenden. Zeitweilig war Jackson zudem erkrankt.

Eine halbe Milliarde Euro soll in die Filmtrilogie geflossen sein. Kritiker bemängelten, dass es nicht nötig gewesen sei, das gerade einmal 300 Seiten lange Originalbuch zu solch einem opulenten Drehbuch umzuschreiben. Manch einer argwöhnte, die Produzenten hätten vor allem die 2,9 Milliarden Dollar (etwa 2,25 Milliarden Euro) schweren Einnahmen der "Herr der Ringe"-Reihe im Blick gehabt.

Der Premiere in Wellington wohnte auch James Cameron bei, der als Regisseur mit ähnlich teuren Produktionen wie "Titanic" und "Avatar" Kinogeschichte schrieb. Cameron legte sein Augenmerk auf die im "Hobbit" erstmals verwendete doppelte Bildgeschwindigkeit. Mit 48 statt den im Kino üblichen 24 Bildern pro Sekunde soll der Film gänzlich ruckelfrei laufen.

Er erwarte vom "Hobbit" einen ähnlich großen Techniksprung wie es "Avatar" im 3-D-Bereich geleistet habe. "Es braucht manchmal Kühnheit, um etwas zu verändern", sagte Cameron, der in Neuseeland am Drehbuch für den "Avatar"-Nachfolger arbeitet.

Die Erzählung über den Hobbit Bilbo Beutlin ist Tolkiens Vorgeschichte zu der Saga "Der Herr der Ringe", die Jackson bereits in drei Teilen in die Kinos brachte. Die Handlungsorte der mit 17 Oscars ausgezeichneten Filmtrilogie im fiktiven Mittelerde wurden auch dafür nach Neuseeland verlegt, was der dortigen Tourismusindustrie einen wahren Boom bescherte. Am 13. Dezember startet "Der Hobbit" in den deutschen Kinos. Der zweite Hobbit-Film soll Ende kommenden Jahres herauskommen, der letzte Teil im Juli 2014.

AFP