Niebel überreicht Hilfsgüter in Flüchtlingslager in Mali

23. März 2013, 13:38 Uhr

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hat ein Flüchtlingslager im westafrikanischen Krisenstaat Mali besucht.

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Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hat ein Flüchtlingslager im westafrikanischen Krisenstaat Mali besucht. Zusammen mit der Welthungerhilfe überreichte Niebel in dem Lager in der zentralmalischen Region Mopti Hilfsgüter, darunter fünf Tonnen Reis. "Nahrungsmittelhilfe geht auch in die Gemeinden", sagte Niebel.

In dem Lager in Sévaré am Rande der Stadt Mopti leben etwa 500 Flüchtlinge aus den Regionen Gao, Timbuktu und Kidal. In der gleichnamigen Region Mopti leben rund 40.000 weitere Flüchtlinge. Insgesamt wurden rund 450.000 Menschen durch den Konflikt in Mali vertrieben, allein 170.000 von ihnen flohen ins benachbarte Ausland. Die meisten Flüchtlinge kamen bei Verwandten unter.

Die Bundesregierung hatte wegen des Putsches vom 22. März 2012 die Entwicklungszusammenarbeit mit der malischen Regierung eingefroren. Anfang des Monats kündigte sie an, die Zusammenarbeit schrittweise wieder aufzunehmen. In einem ersten Schritt stellte das Entwicklungsministerium zusammen mit der EU und Kanada elf Millionen Euro für die Bewässerung von Agrarflächen in Aussicht. Damit betrage die Gesamtsumme der zugesagten Mittel knapp 100 Millionen Euro.

Niebel hatte vor der Reise angekündigt, "dass auch die weiteren Entwicklungsprogramme mit staatlichen Stellen wiederaufgenommen werden". Dabei gehe es auch um den "Wiederaufbau der zusammengebrochenen staatlichen Strukturen" in Nordmali. Bedingung für eine volle Kooperation sei jedoch die "freie und faire Durchführung der für Juli angekündigten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen".

Nach dem Sturz der Regierung in Bamako durch meuternde Soldaten im März 2012 hatten Islamisten nach einer gemeinsamen Offensive mit Tuareg-Rebellen den Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht. Frankreich griff am 11. Januar 2013 militärisch ein und stoppte zusammen mit malischen Soldaten den weiteren Vormarsch der Islamisten.

Niebel kommt in der Hauptstadt Bamako mit dem malischen Übergangspräsidenten Dioncounda Traoré zusammen. Außerdem wird sich der Minister über von Deutschland geförderte Entwicklungsprojekte informieren. Ein ebenfalls geplanter Besuch der Wüstenstadt Timbuktu wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt.

AFP