NRW-Innenminister verbietet Kölner "Hells Angels"

3. Mai 2012, 12:53 Uhr

Die Behörden in Nordrhein-Westfalen gehen weiter gegen kriminelle Rockergruppen vor: Eine Woche nach der Auflösung des Motorradclubs "Bandidos Aachen" verbot Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) nun auch den Kölner Rockerclub "Hells Angels MC Cologne", wie das NRW-Innenministerium mitteilte.

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Die Behörden in Nordrhein-Westfalen gehen weiter gegen kriminelle Rockergruppen vor: Eine Woche nach der Auflösung des Motorradclubs "Bandidos Aachen" verbot Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) nun auch den Kölner Rockerclub "Hells Angels MC Cologne", wie das NRW-Innenministerium mitteilte. Zugleich beschlagnahmten rund 800 Polizisten bei mehr als 30 Hausdurchsuchungen unter anderem Schusswaffen und Schlagstöcke.

Jäger erklärte, die "Hells Angels" ignorierten "bewusst die Grundwerte unserer Gesellschaft". "Sie schotten sich ab, stellen ihre eigenen Regeln auf und üben Selbstjustiz." Eine Schlägerei der Rocker und ihr Widerstand gegen die Polizisten am vergangenen Wochenende vor einer Diskothek in Köln seien ein weiterer Beweis für ihre Gefährlichkeit und ihre große Gewaltbereitschaft. Mit Motorradromantik habe das nichts zu tun, unterstrich der Minister. "Wir gehen entschieden gegen diese gewalttätigen Subkulturen vor."

Gemeinsam mit dem Kölner "Hells Angels"-Club verbot der Landesinnenminister auch deren Unterstützergruppe "Red Devils MC Cologne". "Nach dem Verbot der 'Bandidos Aachen' haben wir jetzt auch genügend Beweise gegen nicht minder kriminelle 'Hells Angels' in Köln", sagte Jäger. "Sie setzen in Köln ihre Gebiets- und Machtansprüche brutal mit Bedrohung, Erpressung und Gewalt gegen andere durch. Das dulden wir nicht."

Bei Durchsuchungen des "Hells-Angels"-Vereinsgeländes in Frechen bei Köln sowie der Wohnungen von 32 Mitgliedern der verbotenen Vereine in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz stießen die Ermittler nach eigenen Angaben auf eine Vielzahl von Waffen. Darunter befanden sich auch drei Samuraischwerter, vier Macheten, zehn Einhandmesser und ein Tomahawk. Nach Angaben der federführenden Kölner Polizei waren wegen der Gefährlichkeit mehrerer "Hells Angels"-Mitglieder auch Spezialeinheiten an dem Einsatz beteiligt.

Außerdem beschlagnahmten die Beamten neben Baseballschlägern und Pfefferspray 26 sogenannten Kutten der "Hells Angels". "Das trifft die Rocker besonders hart", betonte Jäger. "Sie können sich nicht mehr als mächtige Organisation martialisch in der Öffentlichkeit präsentieren und Angst und Schrecken verbreiten."

AFP