Obama mit Familie in Berlin eingetroffen

18. Juni 2013, 20:33 Uhr

Fünf Jahre nach seinem umjubelten Berlin-Auftritt im US-Wahlkampf ist Barack Obama als Präsident in die Bundeshauptstadt zurückgekehrt.

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Fünf Jahre nach seinem umjubelten Berlin-Auftritt im US-Wahlkampf ist Barack Obama als Präsident in die Bundeshauptstadt zurückgekehrt. An Bord der US-Präsidentenmaschine Air Force One landete Obama am Abend auf dem Flughafen Tegel. Zuvor hatte er am G-8-Gipfel in Nordirland teilgenommen. Begleitet wird der Präsident von seiner Ehefrau und den beiden Töchtern. Politische Gespräche sind für heute nicht mehr geplant: Nach der Landung begibt sich die Präsidentenfamilie zur Übernachtung ins Ritz-Carlton-Hotel am Potsdamer Platz, wo schärfste Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Gäste getroffen wurden.

Der offizielle Teil der knapp 26-stündigen Visite soll am Mittwochmorgen in Schloss Bellevue beginnen, wo Bundespräsident Joachim Gauck den Gast mit militärischen Ehren begrüßt. Danach kommt Obama im Kanzleramt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen. Themen des Gesprächs dürften die Lage in Syrien, die geplante transatlantische Freihandelszone und das umstrittene Internet-Überwachungsprogramm des US-Geheimdiensts sein.

Am Nachmittag hält der Präsident am Brandenburger Tor eine Rede, die an die legendäre Berliner Ansprache von John F. Kennedy vor fast genau 50 Jahren anknüpfen soll. Obamas erster Berlin-Besuch seit seinem Amtsantritt im Januar 2009 endet am Abend mit einem Bankett in Schloss Charlottenburg. First Lady Michelle Obama wird am Mittwoch unter anderem das Holocaust-Mahnmal und die Gedenkstätte Berliner Mauer besuchen. Dabei wird sie zeitweise von Merkels Mann Joachim Sauer begleitet.

Obama war bereits als Präsidentschaftskandidat im Sommer 2008 in Berlin, wo er rund 200.000 Menschen zu einem Redeauftritt in den Tiergarten lockte. Als Präsident hatte er dann aber lange einen Bogen um Berlin gemacht. Anfang April 2009 reiste er anlässlich des Jubiläumsgipfels zum 60-jährigen Bestehen der NATO nach Baden-Baden und Kehl. Im Juni 2009 besuchte Obama gemeinsam mit Merkel die Gedenkstätte im früheren Konzentrationslager Buchenwald. Merkel und Gauck hatten Obama zuletzt mit Nachdruck dazu eingeladen, auch die Bundeshauptstadt zu besuchen.

"Die Bedeutung Deutschlands für die USA ist sehr groß", sagte der scheidende US-Botschafter Murphy im Sender Phoenix. Der Botschafter räumte jedoch ein, dass Obamas Popularität in Deutschland nachgelassen habe. "Manche haben zu hohe Erwartungen in diesen Mann gesetzt", sagte Murphy im Deutschlandfunk. "So begabt, so herausragend er auch ist: Für einen Menschen war das nicht zu erfüllen."

In Berlin gelten während Obamas Besuch strengste Sicherheitsvorkehrungen: Straßen und Plätze abgeriegelt, Gullydeckel wurden verschweißt, Scharfschützen bezogen Posten auf Dächern rund um Obamas Hotel am Potsdamer Platz, gepanzerte Fahrzeuge fuhren auf. Der Luftraum über Berlin wurde bei Obamas Landung gesperrt.

AFP