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Obama trifft Wahlverlierer Romney zum Mittagessen

29. November 2012, 21:13 Uhr

US-Präsident Barack Obama und der gescheiterte republikanische Kandidat Mitt Romney haben sich zum ersten Mal seit dem hart ausgefochtenen Wahlkampf gegenübergestanden.

US-Präsident Barack Obama und der gescheiterte republikanische Kandidat Mitt Romney haben sich zum ersten Mal seit dem hart ausgefochtenen Wahlkampf gegenübergestanden. Obama empfing Romney zu einem Mittagessen unter vier Augen im Weißen Haus. Der Republikaner fuhr in einem schwarzen Geländewagen vor und eilte in die Residenz des Präsidenten.

Der Lunch in Obamas privatem Esszimmer neben dem Oval Office fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nach einer Stunde und zwanzig Minuten fuhr Romney wieder davon, ohne mit Reportern zu sprechen.

Obama hatte die Präsidentschaftswahl am 6. November überraschend klar gewonnen, nachdem Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorausgesagt hatten. Der Präsident sicherte sich in den Bundesstaaten 332 Wahlmännerstimmen, Romney kam nur auf 206 Wahlmänner. Auch beim landesweiten Stimmenanteil lag Obama mit 51 Prozent vorne, Romney erhielt dagegen 48 Prozent.

Der Republikaner hatte nach seiner Niederlage mit verbitterten Äußerungen für Unverständnis auch in der eigenen Partei gesorgt. In einer Telefonkonferenz mit Spendern für seinen Wahlkampf hatte Romney US-Medien zufolge erklärt, Obama habe die Wahl nur mit "Geschenken" für Frauen, junge Leute, Afroamerikaner und Wähler lateinamerikanischer Abstammung gewonnen.

Der Präsident hatte in seiner ersten Pressekonferenz nach der Wahl seinem Kontrahenten eine Zusammenarbeit angeboten. "Es gibt bestimmte Aspekte in der politischen Bilanz von Gouverneur Romney, die sehr hilfreich sein könnten", sagte Obama. "Er hat einige Ideen im Wahlkampf vorgestellt, mit denen ich tatsächlich übereinstimme." Der Präsident steht in seiner zweiten Amtszeit vor der Herausforderung, die tiefen Gräben zwischen seiner Demokratischen Partei und den Republikanern zu überwinden. Der Dauerstreit zwischen beiden Lagern lähmt die Politik in Washington.

AFP

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