Ohne offizielle Angabe von Gründen hat der britische Ölkonzern BP auf eine Teilnahme beim Poker um die Tiefseebohrungen nach Öl vor der Küste Grönlands verzichtet. Nach Angaben des "Guardian" wollte sich die Regierung Grönlands nicht in den Imageskandal um die Ölpest im Golf von Mexiko hineinziehen lassen.
Offenbar aufgrund der Ölpest im Golf von Mexiko verzichtet der britische Ölkonzern BP auf eine Bewerbung für Tiefseebohrungen nach Öl vor der Küste Grönlands. BP "nimmt nicht an der Ausschreibung" für die Bohrlizenzen teil, sagte ein Konzernsprecher der britischen Zeitung "Guardian" von Donnerstag. Zu den Gründen für den Verzicht wollte er sich nicht äußern.
Unter Berufung auf ungenannte Kreise berichtete der "Guardian", BP sei mit der grönländischen Regierung übereingekommen, dass eine Beteiligung nach dem Sinken der Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko und der anschließenden Ölkatastrophe "nicht angemessen" sei. "Es ist allen klar, dass es politisch vollkommen verrückt wäre", BP grünes Licht für die Bohrung zu geben, zitierte die Zeitung.
Umweltschützer hatten sehr beunruhigt über die Entdeckung der Ölvorkommen vor der Küste Grönlands geäußert. Bohrungen dort könnten nach Ansicht von Greenpeace eine "schwere Bedrohung" für die empfindliche Umwelt der Arktis darstellen. Im Golf von Mexiko waren nach der Explosion von "Deepwater Horizon" im April nach Behördenangaben rund 780 Millionen Liter Rohöl ausgelaufen. Damit ist das Unglück der größte Ölunfall der Geschichte. Der Ölfluss konnte erst Mitte Juli mit einer Abdeckhaube gestoppt werden.