Offenbar dutzende syrische Soldaten im Irak getötet

4. März 2013, 18:43 Uhr

Der syrische Bürgerkrieg hat bereits zum zweiten Mal binnen weniger Tage irakisches Gebiet erfasst.

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Der syrische Bürgerkrieg hat bereits zum zweiten Mal binnen weniger Tage irakisches Gebiet erfasst. Nachdem am Wochenende ein irakischer Soldat an der Grenze zu Syrien getötet worden war, starben am Montag mindestens 42 syrische Soldaten bei einem Angriff auf ihren Konvoi im Westen des Irak, wie irakische Offiziere sagten. Die Soldaten waren zuvor vor den heftigen Gefechten mit Rebellen im syrischen Grenzgebiet ins Nachbarland geflohen.

Der Konvoi der Syrer sei von zwei Seiten mit Mörsergaranten, automatischen Waffen und Minen angegriffen worden, sagten irakische Offiziere. Bei den Angriff wurden demnach acht weitere Syrer und vier weitere Iraker verletzt. Drei Fahrzeuge des Konvois wurden bei dem Angriff im Westen des Landes demnach zerstört.

Die syrischen Soldaten waren den Angaben zufolge bei Jaarubijeh über die Grenze in den Irak geflohen, sagte Oberst Mohammed Chalaf al-Dulaimi von den irakischen Grenztruppen. Sie seien zunächst von den irakischen Behörden aus der Provinz Ninive nach Bagdad gebracht worden. Der Überfall habe sich auf dem Rücktransport nach Syrien ereignet. Die Angaben wurden von einem weiteren Offizier bestätigt.

Am Grenzposten Jaarubijeh waren erst am Samstag ein irakischer Soldat getötet sowie drei weitere Menschen verletzt worden. In der Grenzregion wurde am Wochenende auf syrischer Seite heftig gekämpft. Die irakische Regierung schwieg bislang zu dem Machtkampf im Nachbarland: Aus Bagdad blieben Rücktrittsforderungen an Präsident Baschar al-Assad bisher aus.

Mit der praktisch vollständigen Einnahme der Stadt Raka im Norden Syriens gelang den Aufständischen am Montag offenbar ein wichtiger Sieg über die Regierungstruppen. Erstmals konnten sie den Truppen Assads laut Aktivisten eine Provinzhauptstadt entreißen. Nur an wenigen Orten leisteten Regierungstruppen noch Widerstand, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungstelle für Menschenrechte.

Der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte, in der Stadt sei eine Statue von Hafes al-Assad, dem Vater und Amtsvorgänger des amtierenden syrischen Präsidenten, zerstört worden. Ein Polizeichef sei ums Leben gekommen. Zudem seien zwei ranghohe Vertreter der Sicherheitskräfte festgenommen worden. Der Sicherheitschef wurde demnach in die Türkei gebracht. Raka ist die Hauptstadt der gleichnamigen Grenz-Provinz zur Türkei.

Syrische Regierungstruppen starteten im Gegenzug einen Großangriff auf die umkämpfte Stadt Homs. Die Gefechte seien "die schlimmsten seit Monaten", Dutzende regierungstreue Kämpfer seien getötet worden, berichtete die Beobachtungsstelle. Armee sowie regierungstreue Milizen wollten demnach Teile des Stadtzentrums zurückerobern, die von den Rebellen kontrolliert werden.

AFP