Beim Vorgehen der syrischen Armee gegen die Protesthochburg Homs sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten erneut dutzende Zivilisten getötet worden.
Beim Vorgehen der syrischen Armee gegen die Protesthochburg Homs sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten erneut dutzende Zivilisten getötet worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, die Stadt sei bombardiert und mit schweren Waffen beschossen worden.
Ein Aktivist in der Stadt sagte der Nachrichtenagentur AFP am Telefon, seit dem Morgengrauen sei der Beschuss "sehr intensiv". Geschossen werde unter anderem mit Raketen und Mörsergranaten. Mit dem Beschuss bereite die Armee offenbar eine Bodenoffensive vor.
Die syrischen Truppen gehen seit der Nacht zum Samstag mit massiver Gewalt gegen die Protestbewegung in Homs vor. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten starben dabei hunderte Menschen.
Bei den Angriffen wurde unter anderem ein Aktivist getötet, der auch für mehrere westliche Medien arbeitete. Der unter dem Pseudonym "Omar der Syrer" arbeitende Mazhar Tayyara wurde nach Angaben eines Freundes in der Nacht zum Samstag getötet. Demnach half der 24-Jährige während der Angriffe Verletzten, als er selbst getroffen wurde. Er sei mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er drei Stunden später starb.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow betonte nach seinem umstrittenen Besuch in Damaskus, dass die Syrer allein über das Schicksal ihres Präsidenten entscheiden müssten. "Jedes mögliche Ergebnis eines nationalen Dialogs muss aus einer Einigung der Syrer selbst entstehen und muss für alle Syrer akzeptabel sein", sagte Lawrow in Moskau. "Im Vorfeld das Ergebnis eines solchen Dialogs festzulegen ist nicht die Aufgabe der internationalen Gemeinschaft."
Mit seinen Äußerungen wich Lawrow der Frage eines Reporters aus, ob er Assad bei seinen Gesprächen in Damaskus zum Rücktritt aufgefordert habe. Der syrische Staatschef lässt seine Sicherheitskräfte seit Monaten mit brutaler Gewalt gegen die eigene Bevölkerung vorgehen, in den vergangenen Tagen häuften sich die Berichte über regelrechte Massaker. Die Verabschiedung einer UN-Resolution zu Syrien scheiterte bisher am Veto Russlands und Chinas.
Die US-Regierung wies derweil Forderungen nach einer Bewaffnung der syrischen Opposition zurück. Allerdings erklärte das Weiße Haus, dass Washington eine humanitäre Unterstützung für die Menschen in Syrien prüfe. Der einflussreiche US-Senator John McCain hatte angesichts der Niederschlagung der syrischen Opposition Waffenlieferungen an die Gegner von Machthaber Assad verlangt.