Der Ausgang der Landtagswahl in Schleswig-Holstein wird mit Spannung erwartet: Die Entscheidung, wer künftig im Norden regiert, ist den Umfragen zufolge offen.
Der Ausgang der Landtagswahl in Schleswig-Holstein wird mit Spannung erwartet: Die Entscheidung, wer künftig im Norden regiert, ist den Umfragen zufolge offen. Für eine Neuauflage der seit 2009 in Kiel regierenden schwarz-gelben Koalition aus CDU und FDP dürfte es den letzten Umfragen zufolge nicht reichen. Aber auch SPD und Grüne, die zusammen den Machtwechsel herbeiführen wollten, könnten eine eigene Mehrheit verfehlen. Bis zum frühen Nachmittag lag die Wahlbeteiligung nach Angaben der Landeswahlleiterin unter der von 2009.
Bis 14 Uhr gaben offiziellen Schätzungen zufolge 37,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Bei der letzten Landtagswahl vor drei Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkt dagegen 48,6 Prozent gewesen.
Rund 2,2 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, über die Zusammensetzung des neuen Kieler Landesparlaments zu entscheiden. Der Urnengang in Schleswig-Holstein gilt zugleich als Stimmungstest für die Landtagswahl im bevölkerungsreichstem Bundesland Nordrhein-Westfalen in einer Woche.
Die von Spitzenkandidat Torsten Albig angeführte SPD will für den Fall, dass es nicht zu einer eigenständigen rot-grünen Mehrheit reicht, mit den Grünen und dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) eine Dreierkoalition bilden. Die Partei der dänischen und friesischen Minderheiten wäre dann erstmals an der Regierung beteiligt. Sollte auch dies aufgrund der Mehrheitsverhältnisse nicht möglich sein, haben Albig und der CDU-Spitzenkandidat Jost de Jager eine große Koalition nicht generell ausgeschlossen.
Rechnerisch möglich wären wohl auch Dreierbündnisse aus CDU, Grünen und FDP oder SPD, Grünen und FDP. Sie galten aber als eher unwahrscheinlich.
Die Landtagswahl fand früher als ursprünglich geplant statt. Das Landesverfassungsgericht hatte 2010 gravierende Mängel am bisherigen Wahlrecht festgestellt und vorgezogene Neuwahlen angeordnet. Regulär wäre erst 2014 ein neuer Landtag gewählt worden.
Bei der Landtagswahl 2009 hatte die CDU 31,5 Prozent der Stimmen erhalten, auf die SPD entfielen damals 25,4 Prozent. Die Grünen erreichten 12,4 Prozent, die FDP 14,9 Prozent. Die Linkspartei kam auf 6,0 Prozent der Stimmen, der SSW auf 4,3 Prozent und die Piratenpartei auf 1,8 Prozent.