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4. Oktober 2010, 12:46 Uhr

Kein Investor für Übernahme in Sicht

Für das Opel-Werk in Antwerpen hat sich kein neuer Besitzer gefunden. Zum Jahresende droht nun das endgültige Aus.

Das Opel-Werk in Antwerpen steht endgültig vor dem Aus zum Ende des Jahres. Die Suche nach einem neuen Investor sei erfolglos geblieben, sagte eine Opel-Sprecherin am Montag in Rüsselsheim und bestätigte damit Angaben des belgischen Gewerkschaftsbundes ACV-CSC. Die Gewerkschafter kritisierten Opels Ankündigung als "skandalös".

"Leider war keiner der potentiellen Investoren in der Lage, ein tragbares Geschäftskonzept für das Werk vorzulegen", sagte die Sprecherin. Dafür war eine Frist bis vergangenen Freitag vorgesehen. "Gemäß des bekannten Restrukturierungsplans wird Opel die Fertigung in Antwerpen bis zum Jahresende fortführen. Danach wird die Produktion auslaufen und das Werk wird geschlossen", fügte die Sprecherin hinzu.

Opel bleibe aber "nach wie vor gesprächsbereit, falls von Investoren noch sinnvolle Vorschläge präsentiert werden sollten", erklärte das Unternehmen. Vorstandschef Nick Reilly hatte vergangene Woche gesagt, falls die Gespräche mit den Investoren aus der Autobranche scheiterten, sei auch ein Investor aus einem anderen Bereich möglich.

Der ACV-CSC kritisierte die Ankündigung am Montag als "skandalös". Die Opel-Mutter General Motors (GM) habe "alles in ihrer Macht Stehende" getan, um eine Übernahme zu verhindern. Die Zeit für die Suche sei außerdem zu knapp bemessen gewesen. "Dies stellt den Gnadenstoß für die Mitarbeiter von Opel-Antwerpen und die Zulieferer dar", urteilte Belgiens größter Gewerkschaftsbund. Er wollte aber mit der flämischen Regionalregierung weiter nach Lösungen suchen und forderte GM auf, das Werk für einen symbolischen Euro zu verkaufen, um eine "Umwandlung" zu ermöglichen.

Wegen Opel müsse auch der Zulieferer Johnson Controls schließen, sagte ein Sprecher des ACV-CSC der Agentur Belga. In dem Unternehmen im flämischen Geel bauen demnach rund 180 Menschen Sitze ausschließlich für Opel. "Wenn dort Schluss ist, muss die Fabrik hier auch schließen."

Opel hatte im Januar angekündigt, das Antwerpener Werk aufzugeben. Der Autobauer war während der Wirtschaftskrise stark in Schieflage geraten. Der im Februar vorgelegte Umstrukturierungsplan sieht einen Abbau von insgesamt 8300 Stellen europaweit vor. Die Antwerpener Opelaner stimmten im April der Schließung und einem damit verbundenen Sozialplan zu. Derzeit arbeiten noch rund 1300 Menschen in dem Werk, Anfang des Jahres waren es noch rund 2600.

AFP
 
 
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