26. März 2012, 09:33 Uhr

Kubas Regime nimmt Oppositionelle fest

Der Papst kommt nach Kuba und das Regime räumt auf: Dutzende Oppositionelle sollen festgenommen worden sein. Benedikt XVI. wird eine öffentliche Messe halten und auch mit Staatschef Raúl Castro sprechen.

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In freudiger Erwartung: Die Kathedrale von Havanna wird mit dem Bild des Papst beleuchtet©

Als zweite Station seiner Reise durch Lateinamerika besucht Papst Benedikt XVI. ab heute das kommunistische Kuba. Der 84-Jährige wird zunächst in der südöstlichen Stadt Santiago de Cuba erwartet, wo eine Messe zu Ehren Unserer Lieben Frau der Barmherzigkeit, der katholischen Schutzheiligen Kubas, auf dem Plan steht. Am Dienstag ist in der Hauptstadt Havanna ein Gespräch des katholischen Kirchenoberhaupts mit Staatschef Raúl Castro vorgesehen. Auch dessen Vorgänger und Bruder Fidel Castro will der Papst treffen.

Nach Angaben der Opposition wurden vor dem Papstbesuch dutzende Regierungskritiker festgenommen worden. In Santiago de Cuba seien in den vergangenen Tagen mindestens 70 Oppositionelle inhaftiert worden, erklärte das Kubanische Komitee für Menschenrechte und Nationale Versöhnung. Unter den Festgenommenen seien rund 15 Damen in Weiß, die für eine Befreiung politischer Häftlinge aus den kubanischen Gefängnissen kämpfen.

"Das Castro-Regime verstärkt seine Repression und Einschüchterung gegen friedliche Dissidenten, vor allem in der Provinz Santiago und in der Umgebung", sagte der Präsident des Kubanischen Komitees für Menschenrechte und Nationale Versöhnung, Elizardo Sánchez. Der frühere politische Häftling José Daniel Ferrer sagte, die kubanische Regierung wolle eine "totale Kontrolle" der Umgebung der Orte, an denen der Papst Messen feiern werde. Es solle jeder Oppositionsprotest unterbunden werden. Nach einem Gottesdienst auf dem Platz der Revolution soll Benedikt XVI. am Mittwoch wieder nach Rom zurückfliegen. In den vergangenen Tagen hatte er Mexiko besucht. Es ist die erste Papstreise ins spanischsprachige Lateinamerika.

ono/AFP
 
 
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