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8. Februar 2011, 11:59 Uhr

Moskau-Korrespondent des "Guardian" darf nicht einreisen

Der Moskauer Korrespondent der britischen Zeitung "The Guardian", Luke Harding, ist nach eigenen Angaben von den russischen Behörden des Landes verwiesen worden.

Russland hat dem Moskauer Korrespondenten der britischen Zeitung "The Guardian" nach Angaben seines Arbeitgebers die Einreise verwehrt. Luke Harding wollte laut dem Bericht von Dienstag nach einem zweimonatigen Aufenthalt in London, wo er sich mit Enthüllungen des Portals Wikileaks beschäftigt hatte, am Wochenende nach Moskau zurückkehren. Ihm sei jedoch am Flughafen die Einreise verweigert und er sei mit dem nächsten Flugzeug wieder nach Großbritannien zurückgeschickt worden, berichtete der "Guardian" am Dienstag. Die Zeitung vermutet, dass der Schritt der russischen Behörden mit Hardings Berichten über den Inhalt der von Wikileaks veröffentlichten US-Depeschen zu tun hat, in denen auch Russland kritisiert wird.

Die russischen Behörden gaben zu dem Fall nur spärlich Auskunft. Harding sei "auf Anweisung" einer der russischen Abteilungen der Sicherheitsbehörden die Einreise verboten worden, zitierte die Nachrichtenagentur RIA Nowosti einen Sicherheitsvertreter, der aber keine Details nannte. Ein Verantwortlicher des Grenzschutzes, der dem Geheimdienst FSB untersteht, sagte der Agentur Interfax, ein Ausländer könne jederzeit ohne Angabe von Gründen daran gehindert werden, russisches Territorium zu betreten. Das Außenministerium äußerte sich zunächst nicht zu dem Fall und wollte nach Angaben aus London auch gegenüber dem britischen Außenminister William Hague keine Auskunft geben.

Der Chefredakteur des "Guardian" zeigte sich "besorgt" über Russlands Umgang mit Journalisten. Solch ein Verhalten habe "ernste Folgen" für die Pressefreiheit. Der Menschenrechtsberater der russischen Regierung, Michail Fedotow, sagte, solche Fälle seien "sehr selten" und es müsse schon ernstzunehmende Gründe für ein Einreiseverbot geben. Harding hatte in London unter anderem über ein US-Dokument berichtet, in dem von Russland als einem "Mafia-Staat" und von Verbindungen der Politik mit dem organisierten Verbrechen die Rede ist.

AFP/DPA
 
 
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