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25. April 2011, 17:53 Uhr

Das Einladungsdrama und die Warnungen des Elton John

Knapp eine Woche vor der royalen Traumhochzeit in London wurde die Gästeliste des Brautpaares veröffentlicht. Und die sorgte aufgrund einiger Gäste für Protestdrohungen seitens einiger Meenschenrechtler. Währenddessen macht Popstar Elton John sich mehr Sorgen um das Brautpaar, als darum, wer vielleicht sein Tischpartner sein könnte.

Wenige Tage vor der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton hat die Veröffentlichung großer Teile der Gästeliste für Zündstoff gesorgt. Der Kronprinz des krisengeschüttelten Ölstaates Bahrain musste unter dem öffentlichen Druck seine Teilnahme in London absagen. Menschenrechtler sind auch mit der Teilnahme von König Mswati III. von Swasiland und einem Vertreter der saudischen Königsfamilie nicht einverstanden und kündigten Proteste an.

Über Ostern hatte der Palast einen großen Teil der 1900 Hochzeitsgäste veröffentlicht, die am Freitag in der Westminster Abbey den Traugottesdienst für William und Kate mitfeiern. Aus dem europäischen Hochadel werden unter anderem Königin Sofía von Spanien und Königin Margrethe von Dänemark dabei sein. Die Niederlande und Schweden schicken jeweils das Thronfolgerpaar: Kronprinz Willem-Alexander mit Prinzessin Máxima und Kronprinzessin Victoria mit Prinz Daniel. Monaco-Fürst Albert II. kann mit Partnerin Charlene Wittstock in London Anschauungsunterricht für seine eigene Eheschließung im Juli nehmen.

Aus der Showbranche werden Popsänger und Diana-Freund Elton John und Soulsängerin Joss Stone dabei sein, genauso wie Fußballstar David Beckham mit Ehefrau Victoria. Schauspieler Rowan Atkinson, bekannt als "Mr. Bean", gehört ebenfalls zu den Augenzeugen wie Hollywood-Regisseur Guy Ritchie. Auch ein ehemals wohnungsloser Teenager wird dabei sein. Wirbel gab es um die Einladungen britischer Politiker. Während der konservative Ex-Premier John Major berücksichtigt wurde, bekamen seine Nachfolger Tony Blair und Gordon Brown von der Labour-Partei keine Einladung.

Nach Angaben des Palastes werden die Familien von Braut und Bräutigam in der Kirche getrennt sitzen. Die Queen wird neben Prinz Philip sowie Thronfolger Prinz Charles, seiner Frau Camilla und Trauzeuge Prinz Harry in der ersten Reihe des Nordflügels der Abbey Platz nehmen. Dahinter sitzt der europäische Hochadel. Im Südflügel sind die Brauteltern Carole und Michael Middleton sowie Kates Geschwister platziert. Dahinter sitzen Freunde des Paares. Für rund 1000 Hochzeitsgäste ist der Blick auf den Traualter durch ein Chorgebäude inmitten der Kirche versperrt. Sie werden die Zeremonie nur über Videoschirme verfolgen können.

Unterdessen wurde bekannt, dass Prinz William und Kate nach ihrer Hochzeit für mindestens zwei weitere Jahre so weit wie möglich das Licht der Öffentlichkeit meiden wollen. William wolle es seiner Großmutter Queen Elizabeth II. gleichtun, schrieb die "Sunday Times". Elizabeth hatte nach ihrer Hochzeit 1947 mit Prinz Philip unter anderem mehrere Jahre als Offiziers-Gattin in Malta verbracht, bevor sie 1952 Königin wurde. Ein Palastsprecher bestätigte den Bericht.

Eine gute Entscheidung des Brautpaares, wenn man Elton Johns Warnungen im Ohr hat. Er ermahnte die beiden, sich vor der Bösartigkeit der britischen Presse in Acht zu nehmen. Er hoffe sehr, dass die beiden "sich genug lieben, um weit weg von dem Ganzen zu bleiben".

Fast zwei Drittel der Briten sprachen sich in einer neuen Umfrage dafür aus, die Thronfolgeregelung zu ändern. Das bisherige Gesetz geht auf das 18. Jahrhundert zurück und bevorzugt Männer. Prinzessinnen können bisher nur dann Königin werden, wenn sie keinen Bruder haben. Sollte das erste Kind von William und Kate ein Mädchen sein, könnte dieses erstmals von einer Neuregelung profitieren. Premierminister David Cameron hatte bereits angekündigt, er wolle eine entsprechende Gesetzesänderung im Parlament diskutieren. Die anglikanische Kirche kündigte Widerstand gegen die Absicht an, Thronfolger-Ehen mit Katholiken zu ermöglichen.

Eine weitere Umfrage ergab, dass die Briten fest hinter ihrer Monarchie stehen. Nur ein Viertel ist der Meinung, Großbritannien ging es besser, wenn das Königshaus abgeschafft würde. Das vorausgesagte große Fieber vor der Hochzeit bleibt begrenzt. Nur 37 Prozent gaben an, sie seien wirklich interessiert und aufgeregt. Nicht alle Briten werden am Freitag die Chance haben, die Hochzeit live im Fernsehen zu sehen. In Nordirland beispielsweise wird in jedem dritten privaten Betrieb trotz des Feiertags gearbeitet.

hw/AFP/DPA
 
 
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