Rund viereinhalb Monate nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Weißrussland sind in der Hauptstadt Minsk Gerichtsprozesse gegen die beiden aussichtsreichsten Herausforderer von Staatschef Alexander Lukaschenko fortgesetzt worden. Der Schriftsteller Wladimir Nekliajew sprach am Donnerstag vor dem Beginn der Anhörung von einer "psychologisch harten" Behandlung seit seiner Festnahme am Wahlabend. "Dies kam für mich als Kind der Sowjetzeit aber nicht unerwartet", fügte er hinzu. Was am 19. Dezember, dem Tag der Präsidentenwahl, geschehen sei, "war weder im Interesse Lukaschenkos noch der Opposition".