PSA Peugeot Citroën mit fünf Milliarden Euro Verlust

13. Februar 2013, 13:38 Uhr

Der ohnehin schon schwer angeschlagene französische Autobauer PSA Peugeot Citroën hat im vergangenen Jahr den höchsten Nettoverlust seiner Geschichte hinnehmen müssen.

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Der ohnehin schon schwer angeschlagene französische Autobauer PSA Peugeot Citroën hat im vergangenen Jahr den höchsten Nettoverlust seiner Geschichte hinnehmen müssen. Auf fünf Milliarden Euro summierte sich das Minus, wie das Unternehmen in Paris mitteilte. Die sozialistische Regierung in Frankreich versicherte, dass eine Verstaatlichung von PSA "absolut" nicht auf der Tagesordnung stehe.

In dem Nettoverlust von fünf Milliarden Euro bei PSA sind die 4,7 Milliarden Euro Abschreibungen enthalten, die bereits vor einigen Tagen bekanntgegeben worden waren. Der Umsatz schrumpfte im Jahr 2012 um 5,2 Prozent auf 55,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Schwierigkeiten hat PSA vor allem wegen seiner Abhängigkeit vom europäischen Markt, auf dem die Nachfrage wegen der Wirtschaftskrise stockt und ein harter Preiskampf ausgefochten wird.

PSA-Chef Philippe Varin ging von einer Besserung im laufenden Jahr aus. "Der Grundstock für unsere Erholung ist gelegt worden", erklärte er. Der Konzern, der vor einem Jahr eine Zusammenarbeit mit dem Opel-Mutterhaus GM gestartet hatte, steckt mitten in einer tiefgreifenden Umstrukturierung. Auch mit dem japanischen Autohersteller Toyota will PSA künftig enger zusammenarbeiten: Ein Kleintransporter solle für Toyota in Frankreich gebaut werden, meldete die "Welt". 2011 hatte PSA noch einen Gewinn von 588 Millionen Euro erzielt.

Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici hob erneut hervor, dass eine Verstaatlichung von PSA kein Thema sei. "Es ist absolut nicht aktuell", sagte er dem Sender France Inter. Der Staat hat bereits die PSA-Bank mit Milliardengarantien gestützt. Jetzt sei es "Aufgabe der Unternehmensführung", den Konzern wieder erfolgreich zu machen, sagte er. Haushaltsminister Jérôme Cahuzac hatte vor wenigen Tagen die Spekulationen um eine Staatsbeteiligung an PSA angeheizt. Er bezeichnete dies als "möglich", während Moscovici wenig später versicherte, dies sei weder geplant noch nötig.

Der Sparplan von PSA, der kurz nach der Regierungsübernahme im vergangenen Jahr durch die Sozialisten in Frankreich präsentiert worden war, hatte zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Regierung in Paris geführt. PSA hatte die Streichung von insgesamt 8000 Stellen und die Schließung eines ganzen Werkes angekündigt, dazu kommen 1500 Jobs von ausscheidenden Arbeitnehmern, die nicht ersetzt werden.

Die Netto-Verschuldung des Autokonzerns belief sich 2012 nach Angaben von PSA-Finanzdirektor Jean-Baptiste de Chatillon auf drei Milliarden Euro. Dies sei eine Verbesserung um 200 Millionen Euro, versicherte er. Allein in der Automobilsparte gingen monatlich rund 200 Millionen Euro verloren. Das Unternehmen rechnete für 2013 jedoch mit einer Halbierung seiner Abflüsse und strebt für Ende 2014 wieder ein ausgeglichenes operatives Geschäft an.

Der PSA-Finanzchef hob auch hervor, dass der Automobilzulieferer Faurecia, an dem PSA 57,4 Prozent hält, "nicht zu verkaufen" sei. Es war immer wieder darüber spekuliert worden, dass PSA sein gewinnbringendes Tochterunternehmen verkaufen könnte, um angesichts der katastrophalen Finanzlage seine Kassen zu füllen.

AFP