Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat sich gegen Kritik aus dem konservativen "Seeheimer Kreis" der Partei verteidigt - und zugleich seine Kritiker in Schutz genommen.
SPD-Parteichef Sigmar Gabriel hat die interne Diskussion über den Kurs der SPD begrüßt. "Ehrlich gesagt bin ich ganz froh, dass die Debatte beginnt über die zukünftige Ausrichtung der SPD", sagte Gabriel am Freitag im Deutschlandradio. Es sei "richtig und auch gut", dass eine Partei, die seit einem Jahr in der Opposition sei, über ihre Zukunft rede. Der Seeheimer Kreis habe Fragen gestellt, die Antworten darauf müssten nun gemeinsam gefunden werden.
Der Vorsitzende der SPD in Bayern, Florian Pronold, wies die Kritik des konservativen Seeheimer Kreises an Parteichef Gabriel und dem Kurs der Partei zurück. "Es wird die SPD nicht voranbringen, wenn wir wieder ein heftiges Flügelschlagen veranstalten", sagte Pronold, der auch Mitglied des Parteivorstands ist, am Freitag der Onlineausgabe des "Handelsblatts". "Mit Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel haben wir ein Spitzenduo, das uns wieder nach vorne bringen wird."
Garrelt Duin vom Seeheimer Kreis hatte ein Thesenpapier zum Kurs der SPD verfasst, das in dieser Woche bekannt geworden war. Dieses ist mit dem Titel "Mut zur Sozialdemokratie" überschrieben und kritisiert scharf den derzeitigen Kurs der Partei. Zur Zufriedenheit gebe es keinen Grund. "CDU und Grüne bestimmen die politischen Diskussionen, die SPD kommt kaum vor, ist und wird nicht gefragt. Das ist kein Zufall", heißt es unter anderem darin.