Razzia bei HypoVereinsbank wegen Steuerhinterziehung

29. November 2012, 13:13 Uhr

Bei der HypoVereinsbank (HVB) hat es eine großangelegte Razzia wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegeben.

Bei der HypoVereinsbank (HVB) hat es eine großangelegte Razzia wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegeben. Es gehe um Aktientransaktionen in den Jahren 2006 bis 2008, die "in zeitlicher Nähe zum Zeitpunkt der Dividendenzahlungen getätigt worden seien", teilte die HVB in München mit. Die daraus resultierenden Kapitalertragsteuergutschriften seien vom Finanzamt beanstandet worden. Erste Hinweise habe es bereits im Jahr 2011 gegeben. Die Bank habe daraufhin eine "eingehende Prüfung der Vorgänge" veranlasst und kooperiere mit den Behörden.

Am Mittwoch seien im Zuge von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main die Geschäftsräume der HVB in München durchsucht worden, teilte die Bank mit. Laut Bericht der "Süddeutschen Zeitung" soll die Bank mitgewirkt haben, den Fiskus bei Aktienhandelsgeschäften um knapp 124 Millionen Euro zu betrügen. Mehr als 60 Staatsanwälte, Steuerfahnder und Kriminalpolizisten hätten die Münchner Bankzentrale und zwölf weitere Gebäude durchsucht, berichtet die "SZ".

Dem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge wird das Verfahren von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt geführt. Auch das Bundeskriminalamt sei eingeschaltet. Ermittelt werde gegen zahlreiche Beschuldigte. Der HVB und einem Börsenhändler wird demnach vorgeworfen, sich den auf Kosten des Fiskus erzielten Profit geteilt zu haben. Dem Bericht zufolge ist dies offenbar kein Einzelfall. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums prüfen die Steuerbehörden von Bund und Ländern mehrere derartige Vorgänge.

Nach Einschätzung von Ermittlern könnte der Staat über Jahre hinweg um Milliardenbeträge erleichtert worden sein. Die Ermittler verdächtigen Käufer und Verkäufer großer Aktienpakete sowie am Handel beteiligte Banken, sich so abgesprochen zu haben, dass der Fiskus getäuscht wurde und mehr Steuern erstattete, als er zuvor eingenommen hatte. Das Finanzministerium spricht laut der "SZ" von "Geltendmachung ungerechtfertigter Steuererstattungsansprüche". Die inzwischen geänderten Gesetze seien widerrechtlich "ausgenutzt" worden.

 
 
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