Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich zeichnet sich bis eine rege Wahlbeteiligung ab.
Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich zeichnet sich bis eine rege Wahlbeteiligung ab. Bis 17.00 Uhr gaben fast 71 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, erklärte das Innenministerium. Damit lag der Wert gut drei Prozentpunkte unter der Beteiligung vor fünf Jahren, die besonders hoch war. Das Meinungsforschungsinstitut Ifop rechnet mit rund 80 Prozent Wahlbeteiligung bis zur Schließung aller Wahllokale um 20.00 Uhr. Der sozialistische Favorit François Hollande ging in Corrèze wählen, Präsident Nicolas Sarkozy in Paris.
Experten hatten dieses Jahr eine extrem niedrige Wahlbeteiligung befürchtet und bereits den Vergleich zu 2002 gezogen. Damals waren in der ersten Runde nur 71,6 Prozent der Wähler zu den Urnen gegangen. Überraschend hatte damals der Rechtsextreme Jean-Marie Le Pen den Einzug in die zweite Wahlrunde geschafft, der Sozialist Lionel Jospin schied aus.
Extrem hoch war die Wahlbeteiligung dagegen 2007 gewesen mit 83,8 Prozent in der ersten Runde. Die erwarteten 80 Prozent am Sonntag sind über die vergangenen Jahrzehnte gesehen ein durchschnittlicher Wert.
"Man kann einen Schub bei der Mobilisierung beobachten", sagte der Meinungsforscher Frédéric Dabi vom Ifop-Institut der Nachrichtenagentur AFP. In Paris war die Wahlbeteiligung mit 21,7 sogar höher als vor fünf Jahren, wo sie mittags nur bei 20 Prozent gelegen hatte.
Alle zehn Kandidaten gaben bereits bis zum Mittag ihre Stimme ab: Hollande ging zusammen mit seiner Lebensgefährtin Valérie Trierweiler in Tulle in der Corrèze wählen, wo der Sozialist seine politische Heimat hat. "Hier ist es etwas Besonderes, das ist meine Stadt", sagte der 57-Jährige.
Sarkozy stimmte zusammen mit seiner Frau Carla Bruni-Sarkozy in einer Oberschule des schicken 16. Arrondissements von Paris ab. In letzten Umfragen wird dem konservativen Kandidaten, der zum Ende seiner Amtszeit unbeliebter ist als alle seine Vorgänger, ein Rückstand von etwa zwei Prozentpunkten auf Hollande vorhergesagt. Hollande dürfte auf etwa 28 Prozent der Stimmen kommen, während Sarkozy bei rund 26 Prozent liegen dürfte. Die Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten am 6. Mai dürfte Hollande dann mit rund zehn Prozentpunkten Vorsprung gewinnen.