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13. Oktober 2010, 11:00 Uhr

Streiks im Nah- und Fernverkehr in Frankreich fortgesetzt

Nach den neuerlichen Massenprotesten gegen die Rentenreform in Frankreich haben die Beschäftigten im Nah- und Fernverkehr am Mittwoch ihre Streiks fortgesetzt.

Nach den neuerlichen Massenprotesten gegen die Rentenreform in Frankreich haben die Beschäftigten im Nah- und Fernverkehr am Mittwoch ihre Streiks fortgesetzt. In Paris waren vor allem Vorstadt-Züge betroffen, die U-Bahn lief weitgehend normal, wie die Verkehrsbetriebe RATP mitteilten. Bei der Eisenbahn kam es erneut zu stärkeren Behinderungen. Die staatliche Bahngesellschaft SNCF erwartete, dass nur einer von drei TGV-Hochgeschwindigkeitszügen fahren würde. Der internationale Bahnverkehr sollte hingegen weniger stark beeinträchtigt sein, nach Deutschland sollten acht von zehn Zügen rollen.

Um den Druck auf die Regierung zu verstärken, haben die Gewerkschaften beschlossen, ab Dienstag täglich zu entscheiden, ob der Streik weitergeht. Die Eisenbahner wollten ihre Streiks dann unbefristet fortsetzen, falls sich andere Branchen anschließen. Vor allem im Energiebereich wurde am Mittwoch ebenfalls erneut gestreikt: In sechs Raffinerien des Energiekonzerns Total wurde die Produktion gestoppt, wie das Unternehmen mitteilte. Damit standen sechs der insgesamt zwölf Raffinerien des Landes still. Punktuell wurden am Morgen zudem Benzin-Lager und Industriehäfen in Frankreich blockiert. Laut Total gibt es dennoch derzeit keinen Versorgungsengpässe in Frankreich.

Die Proteste gegen die Rentenreform der konservativen Regierung hatten am Dienstag einen neuen Höhepunkt erreicht: Rund 3,5 Millionen Menschen beteiligten sich laut Gewerkschaften landesweit an Demonstrationen und Streiks und damit mehr als bei den vorherigen Protesttagen. Die Regierung sprach von 1,23 Millionen Teilnehmern.

Die Regierung ist ungeachtet der fortgesetzten Massenproteste nicht zu weiteren Änderungen an ihrer Reform bereit, die unter anderem die besonders umstrittene Erhöhung des Renteneintrittsalters von 60 auf 62 Jahre vorsieht. Arbeitminister Eric Woerth sagte am Mittwoch dem Sender RTL, die Regierung sei "ruhig" und "entschlossen". Die Proteste am Dienstag seien kraftvoll gewesen, doch die Reform sei nötig, bekräftigte er.

AFP