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News am 31.05.2012
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15. Februar 2012, 20:23 Uhr

HINTERGRUND: Sarkozys Konkurrenten bei Präsidentenwahl

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich treten rund ein Dutzend Kandidaten an.

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich treten rund ein Dutzend Kandidaten an. Präsident Nicolas Sarkozy muss am 22. April daher nicht nur seinen sozialistischen Hauptkonkurrenten François Hollande fürchten. Im Zentrum und am rechten Rand machen ihm mehrere Kandidaten die konservative Wählerschaft streitig:

DER FAVORIT: Der Sozialist François Hollande liegt in den Umfragen seit Monaten klar vor Sarkozy: 28 bis 30 Prozent der Wähler würden ihm in der ersten Wahlrunde die Stimme geben, gegenüber 24 bis 25 Prozent für den Amtsinhaber. In der für den 6. Mai vorgesehenen Stichwahl käme Hollande auf rund 57 Prozent, der Präsident läge abgeschlagen bei etwa 43 Prozent.

Der 57-jährige Hollande hatte sich bei den sozialistischen Vorwahlen durchgesetzt und so im vergangenen Jahr bereits eine Art Vorwahlkampf geführt, der ihm beträchtliche Popularität verschaffte. Sein Programm legte er im Januar vor: Bildung, Ausbildung und Arbeitsplätze sind die Schwerpunkte, allein im Bildungswesen will er 60.000 neue Stellen schaffen. Die Finanzwelt hat er zu seinem Hauptgegner erklärt, das Staatsdefizit will er zügig abbauen.

Hollande gilt als Mitte-Sozialist, der vielen Linken zu gemäßigt ist, etwa beim schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie. Kritiker werfen dem früheren Chef der sozialistischen Partei zudem vor, er sei zu weich und scheue klare Entscheidungen.

DIE RECHTSEXTREME: Die Chefin der Partei Front National (FN), Marine Le Pen, tritt keineswegs als plumpe Rechtsextremistin auf. Anders als ihr Vater Jean-Marie Le Pen hat sie der FN einen moderneren, gemäßigteren Anstrich verpasst und so konservative Wähler, die von Sarkozy enttäuscht sind, für sich gewonnen: Die 43-Jährige liegt in den Umfragen derzeit bei bis zu 20 Prozent. Doch kämpft auch sie gegen Einwanderung und eine "Islamisierung" Frankreichs. Außerdem plädiert sie für einen Austritt aus der Euro-Zone.

DER AUSSENSEITER: Der Zentrumspolitiker François Bayrou könnte sowohl dem Präsidenten wie Hollande im ersten Wahlgang wichtige Stimmen abjagen: Der 60-Jährige liegt in den Umfragen derzeit bei rund 13 Prozent, im Jahr 2007 war er sogar auf 18,5 Prozent gekommen. Damals hatte er als einer der ersten Politiker auf die Risiken der wachsenden Staatsverschuldung in Frankreich verwiesen, heute wirbt er mit dem Slogan "Made in France" für eine Stärkung der französischen Wettbewerbsfähigkeit. Der Chef der Partei Demokratische Bewegung (MoDem) will eine "neue Mehrheit" in der Mitte organisieren.

DER LINKSRADIKALE: Der frühere Sozialist Jean-Luc Melenchon legt in den Umfragen derzeit stetig zu und liegt bereits bei rund acht Prozent. Der 60-jährige Chef der Linksbewegung FG, die mit den Kommunisten zusammenarbeitet, macht unter anderem Front gegen ein "Spardiktat" in Europa.

WEITERE KANDIDATEN: Für die Grünen tritt die 68-jährige frühere Anti-Korruptions-Untersuchungsrichterin Eva Joly an. Sie liegt aber ähnlich wie der konservative Ex-Premierminister und Sarkozy-Erzfeind Dominique de Villepin in den Umfragen deutlich unter fünf Prozent.

AFP