Saudi-Arabien will offenbar deutsche Spürpanzer kaufen

30. Dezember 2012, 11:08 Uhr

Zwischen der deutschen Rüstungsindustrie und Saudi-Arabien bahnt sich nach Presseinformationen ein Geschäft in dreistelliger Millionenhöhe an.

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Zwischen der deutschen Rüstungsindustrie und Saudi-Arabien bahnt sich nach Presseinformationen ein Geschäft in dreistelliger Millionenhöhe an. Wie die Zeitung "Bild am Sonntag" unter Berufung aus Verhandlungskreisen berichtet, geht es um den Export von 30 ABC-Spürpanzern auf Basis des Typs Dingo. Hersteller sind die deutsche Panzerschmiede Krauss Maffei Wegmann sowie die Firma Bruker Daltonik aus Leipzig.

Der Auftrag über die Lieferung von 30 Spür-Dingos hat demnach ein Volumen von rund 100 Millionen Euro. Langfristig wolle die Regierung in Riad sogar bis zu 100 Modelle kaufen. Wie die Zeitung weiter erfuhr, stehen die Verhandlungen mit dem saudiarabischen Verteidigungsministerium kurz vor dem Abschluss. Schulungen der arabischen Soldaten sollen den Angaben zufolge auch an einem Simulationsfahrzeug bei Bruker Daltonik in Leipzig stattfinden. Nach "BamS"-Informationen hatte der Bundessicherheitsrat seine Zustimmung signalisiert und damit den Weg für Verhandlungen mit Saudi-Arabien freigemacht.

Daraufhin habe das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen positiven Vorbescheid an Krauss Maffei Wegmann geschickt. Allerdings müsse der Bundessicherheitsrat, dem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und acht Minister angehören, noch seine endgültige Zustimmung für den Export geben, wenn das Geschäft perfekt sei. Auf "BamS"-Anfrage habe das Bundeswirtschaftsministerium mitgeteilt, dass die Bundesregierung "grundsätzlich keine Angaben zu Voranfragen über die Genehmigungsfähigkeit bestimmter Ausfuhrvorhaben" machte.

Die Spür-Dingos sollen der Zeitung zufolge die 36 Fuchs-Spürpanzer ersetzen, die Thyssen im Jahre 1991 nach Saudi-Arabien verkaufte. Der mit einem Maschinengewehr bewaffnete ABC-Spürpanzer Dingo 2 gelte als eine Art rollendes Hightech-Labor und könne nach Angriffen atomare, biologische und chemische Kampfstoffe erkennen sowie Boden- und Luftproben entnehmen.

Deutsche Waffentechnologie steht bei der Regierung in Riad hoch im Kurs. Zuletzt bekundete Saudi-Arabien Interesse am Kauf von Leopard-Kampfpanzern sowie Boxer-Radpanzern. Waffenexporte in das arabische Land stoßen wegen der dortigen Menschenrechtslage auf scharfe Kritik. Laut Rüstungsexportbericht für 2011 lag Saudi-Arabien auf Platz zwölf der größten Empfänger deutscher Rüstungsgüter.

AFP