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2. Mai 2011, 15:59 Uhr

Italienischer Polizei nimmt mutmaßlichen Mafia-Boss fest

Der italienischen Polizei ist erneut ein Schlag gegen die neapolitanische Mafia "Camorra" gelungen. Fahnder haben den seit 2005 flüchtigen Mafioso Mario Caterino festgenommen. Er gilt als Nummer zwei im Clan der gefürchteten Casalesi.

Der italienischen Polizei ist erneut ein Schlag gegen den mächtigsten und gewalttätigsten Clan der Camorra-Mafia gelungen: Mit der mutmaßlichen Nummer zwei des Casalesi-Clans, Mario Caterino, sei einer der gefährlichsten Mafiosi des Landes festgenommen worden, teilte die Polizei am Montag mit. Der 53-Jährige stand auf der Liste der 16 gefährlichsten Flüchtigen Italiens. Caterino wurde in Abwesenheit bereits zu lebenslanger Haft wegen Mordes und Mitgliedschaft in einer mafiösen Vereinigung verurteilt.

Die Festnahme des seit 2005 gesuchten Mafiosi in der Ortschaft Casal di Principe nahe Neapel im süditalienischen Kampanien sei "ein außerordentlicher Erfolg", erklärte Italiens Innenminister Roberto Maroni in Rom. Caterino war 2008 im sogenannten Spartakus-Prozess wegen Mordes und Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Vergangene Woche hatten italienische Anti-Mafia-Ermittler den mutmaßlichen Finanzchef des Casalesi-Clans, Vincenzo Schiavone, festgenommen. Dem seit Oktober 2008 gesuchten Verdächtigen werden Mitgliedschaft in einer mafiösen Vereinigung, Erpressung und Freiheitsberaubung mit Waffengewalt zur Last gelegt.

Der Spartakus-Prozess begann im Juli 1998. In zehn Jahren umfangreicher Ermittlungen überprüften die Ermittler 1300 Personen und vernahmen 508 Zeugen, darunter mehr als 24 "Pentiti" (reuige Ex-Mafiosi). 2008 bestätigten die Richter die 16 Urteile über lebenslange Haftstrafen aus erster Instanz. Um seine Aussage zu verhindern, hatten die Casalesi noch kurz vor der Urteilsverkündung einen Unternehmer auf offener Straße erschießen lassen. Er hätte im Zusammenhang mit illegalem Müll-Handel aussagen sollen.

Der Camorra-Clan der Casalesi und seine brutalen Methoden waren in den vergangenen Jahren vor allem durch den Bestseller "Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra" des italienischen Autors Roberto Saviano und die gleichnamige Verfilmung von 2008 auch international bekanntgeworden.

AFP/DPA
 
 
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