Schröder verzichtet auf ersten Listenplatz

11. April 2013, 19:08 Uhr

Wegen des parteiinternen Streits um die Gleichstellung der Homo-Ehe verzichtet Familienministerin Kristina Schröder (CDU) im Wahlkampf auf die Spitzenkandidatur für die Hessen-CDU.

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Wegen des parteiinternen Streits um die Gleichstellung der Homo-Ehe verzichtet Familienministerin Kristina Schröder (CDU) im Wahlkampf auf die Spitzenkandidatur für die Hessen-CDU. Der zuständige Ausschuss des Landesverbands nominierte die 35-Jährige bei einer Sitzung in Wiesbaden für den zweiten Listenplatz. Spitzenkandidat wird nach Angaben eines Parteisprechers Ex-Verteidigungsminister Franz-Josef Jung.

Schröder teilte dazu mit, sie respektiere, dass ihre Haltung zur Homo-Ehe nicht die Mehrheitsmeinung ihres hessischen Landesverbands sei. Ihre Position zu gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften vertrete sie bereits seit Jahren und bitte deshalb auch "um Respekt, dass ich deshalb auch nicht als Spitzenkandidatin der hessischen CDU für die Bundestagswahl antreten wollte".

Der Sprecher der Hessen-CDU betonte, dass der Verzicht auf den ersten Listenplatz sei Schröders eigene Entscheidung gewesen - "und die ist zu respektieren".

In der CDU tobt bereits seit längerem ein Streit um die völlige Gleichstellung homosexueller Paare; diese wird vor allem bei der Steuer und beim Adoptionsrecht derzeit noch abgelehnt. Zuletzt hatte sich Berichten zufolge beim Adoptionsrecht aber in der Parteispitze ein Kurswechsel angedeutet.

Schröder hatte sich in Interviews mehrfach dafür ausgesprochen, homosexuelle Paare auch steuerlich mit der Ehe von Mann und Frau gleichzustellen. Im hessischen Landesverband hat diese Forderung viele Gegner, unter anderem der dem konservativen Flügel angehörende Ministerpräsident Volker Bouffier hat sich mehrfach gegen die Gleichstellung der Homo-Paare bei der Steuer gewandt.

AFP