In die Debatte über die Einführung einer Frauenquote in Chefetagen kommt Bewegung. Familienministerin Kristina Schröder hat laut "Spiegel" ihr Modell einer "Flexi-Quote" überarbeitet.
In die Debatte zur Einführung einer Frauenquote setzt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) auf einen Vier-Stufen-Plan. Bis Mitte 2013 sollen zunächst die ersten beiden Schritte greifen, wie der "Spiegel" unter Berufung auf ein 15-seitiges Eckpunktepapier der Ministerin berichtete. Sind bis dahin die gewünschten Ziele nicht erreicht, sollen gesetzliche Maßnahmen folgen. Schröders Modell für eine "Flexi-Quote" ist auch die Grundlage für ein Treffen mit den Personalchefs der im Deutschen Aktienindex vertretenen Konzerne am Mittwoch in Berlin.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Anfang des Jahres einem Vorschlag von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) zur Einführung einer von vornherein gesetzlichen Frauenquote eine Absage erteilt. An dem Treffen mit den DAX-Konzernen am Mittwoch nehmen auch von der Leyen sowie Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (beide FDP) teil.
Den Plänen Schröders zufolge sollen in einem ersten Schritt die "Voraussetzungen für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Erwerbsleben und in Führungspositionen" verbessert werden, unter anderem durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, flexible Arbeitszeiten und "die Überwindung weiterer Ursachen und Barrieren für die mangelnde Präsenz von Frauen in Führungspositionen".
Als zweiten Schritt fordert die Ministerin dem Bericht zufolge die Umsetzung des Deutschen Corporate Governance Kodex, in dem die Frauenförderung verankert ist, sowie "transparente freiwillige Selbstverpflichtungen". Das Ziel müsse sein, den Anteil von Frauen in Aufsichtsräten auf der Anteilseignerseite und in den Vorständen jeweils zu verdreifachen. In Vorstandsetagen müsste er nach Schröders Willen demzufolge von 3,2 Prozent auf 9,6 Prozent steigen.
Erst wenn bis zu einem Stichtag, der laut "Spiegel" zunächst auf den 30. Juni 2013 terminiert ist, das Ziel nicht erreicht ist, will Schröder den dritten Schritt gehen und die Selbstverpflichtung gesetzlich festschreiben. Mit dem vierten Schritt schließlich werden die Unternehmen vom Zwang zur Selbstverpflichtung befreit - sobald und solange 30 Prozent Frauen in entsprechenden Führungspositionen erreicht sind.