Das Schweizer Parlament hat Außenministerin Micheline Calmy-Rey turnusgemäß zur Bundespräsidentin für das Jahr 2011 gewählt. Das Amt, mit dem praktisch nur Repräsentationsaufgaben verbunden sind, wird jedes Jahr von einem anderen Mitglied der siebenköpfigen Schweizer Landesregierung mitübernommen.
Die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey ist am Mittwoch vom Parlament zur Bundespräsidentin für das kommende Jahr gewählt worden. Mit lediglich 106 von 189 gültigen Stimmen erzielte die sozialistische Politikerin das schlechteste Ergebnis seit 1920, was auf ihren Popularitätsverlust im Zusammenhang mit der Libyen-Affäre zurückzuführen sei, berichteten Schweizer Medien. Die 65-jährige Politikerin folgt der derzeitigen Bundespräsidentin Doris Leuthard nach. Die Schweizer Regierung besteht aus sieben Ministern, die sich alljährlich an der Staatsspitze abwechseln. Das Amt der Vize-Präsidentin ging an Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf.
Die Verstimmungen zwischen der Schweiz und Libyen waren durch das monatelange Festhalten zweier Schweizer Staatsbürger in Libyen ausgelöst worden. Vorausgegangen war eine vorübergehende Festsetzung des Sohns von Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi, Hannibal Gaddafi, in Genf. Calmy-Rey sei bei der Bundespräsidentenwahl für ihre Neigung zu Alleingängen, insbesondere in der Libyen-Affäre, abgestraft worden, hieß es.